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2:4 in Bremen verloren, die dritte Bundesliga-Niederlage in Folge, seit sieben Bundesliga-Spielen ohne Sieg, Abstiegskampf. Warum der Sportvorstand trotzdem noch am Trainer festhält.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 10.03.2019 / Lesedauer: 2 min

Eine Trendwende ist keine genau zu berechnende Größe, also lässt sie Spielraum für Interpretationen und unterschiedliche Definitionen. Diesen Spielraum nutzte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider am Wochenende sehr großzügig aus. Er habe, so Schneider nach dem 2:4 in Bremen, zumindest zeitweise eine Trendwende gesehen.

Alles Ansichtssache.

Denn es ist schon ein Beleg dafür, wie tief Schalke tabellarisch und auch von der Erwartungshaltung her gesunken ist, wenn eine Niederlage mit vier Gegentoren als Wende zum Guten bewertet wird.

Eher Zeitspiel als Überzeugung

Andererseits ist Schneiders Analyse in dem Punkt zuzustimmen, dass der Schalker Gesamtauftritt deutlich besser als zuletzt gewesen sei. Die Messlatte, an der sich Schneider zu orientieren hatte, lag halt ganz unten. Auch Trainer Domenico Tedesco musste fast schon ein wenig schmunzeln, als seiner Mannschaft eine Leistungssteigerung bescheinigt wurde. Das, so Tedesco sehr realistisch, sei ja auch nicht besonders schwierig gewesen...

Insofern ist Schneiders Aussage und sein Festhalten an Tedesco weniger als Begeisterung über die Vorstellung in Bremen, sondern mehr als „Zeitspiel“ zu deuten. Tedesco wird Schalke am Dienstag bei Manchester City und in der Bundesliga-Partie gegen Leipzig am Samstag coachen, dann ist Länderspielpause – und Zeit, die Dinge, falls nötig, neu zu bewerten.

Neu-Bewertung nach Leipzig-Spiel

Das Kalkül dahinter: Selbst wenn es auch gegen Leipzig eine Niederlage geben sollte, blieben einem „Feuerwehrmann“ noch acht Spiele, den Absturz auf den Relegationsplatz zu verhindern – nur darum kann es in dieser Saison noch gehen.

Denn bei allem Respekt davor, dass sich Schalke in Bremen – anders als in Mainz und gegen Düsseldorf – zumindest gewehrt hat: Irgendwie wirkten die Komplimente nach dem Spiel so, als würde man einem ambitionierten Schüler, der zwei Mal in Folge eine glatte „Sechs“ nach Hause gebracht hat, nun zu einer „Fünf“ gratulieren. Auch das wäre eine Trendwende auf bescheidenem Niveau.