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Wie werde ich...? Kartograf

Stuttgart/Berlin (dpa/gms) - Beim Auto und Schiff sind gute Karte wichtig - elektronisch oder auf Papier. Kartografen sorgen dafür, dass Karten stets aktuell sind. «Seit gut zehn Jahren werden fast alle Arbeiten digital erledigt», sagt Wolfgang Kolb in Stuttgart.

Herr Kolb ist Chefkartograf beim führenden europäischen Kartenhersteller Mairdumont in Stuttgart. «Der zeichnerische Markt hat sich zum Geodatenmarkt entwickelt.»

Dabei gibt es verschiedene Ausbildungswege. Da ist zum einen die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule in drei Jahren. Mindestens ein sehr guter Hauptschulabschluss gilt als Voraussetzung. «Es kommen bei Bewerbungen aber praktisch nur Realschüler und Abiturienten zum Zug», erklärt Reinhard Urbanke von der Deutschen Gesellschaft für Kartographie. Der Diplom-Ingenieur ist an der Johannes-Gutenberg-Schule in Stuttgart für die Theoriefächer in der Ausbildung angehender Kartografen zuständig. Anwärter auf diesen Beruf müssen nach seinen Angaben gute Noten in Deutsch, Mathematik, Geographie und Informatik vorweisen sowie grafisches Talent und technisches Verständnis.

Doch entsprechende Lehrstellen lassen sich momentan nur schwer finden. «Beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) in Frankfurt beispielsweise werden 15 junge Menschen ausgebildet», sagt Werner Stoll, Ausbildungsleiter der Behörde. «Die Privatindustrie bildet kaum noch aus», klagt er - weil viele der klassischen kartografischen Arbeiten ins Ausland vergeben würden. Chancen auf dem heimischen Markt gibt es für höher Qualifizierte, also Ingenieure. Die meisten in Deutschland arbeitenden Kartografen können mindestens diese Ausbildung vorweisen. In der Privatwirtschaft beträgt das Anfangsgehalt dann etwa 2300 Euro monatlich, der Öffentliche Dienst zahlt nach seinem Tarif.

An Fachhochschulen kann man nach frühestens vier Jahren zur Diplomprüfung antreten. Mit der Hochschulreife steht der Weg zum Uni-Studium offen. Die Technische Universität Dresden ist derzeit die einzige mit einem eigenständigen Studiengang Kartographie. An gut einem halben Dutzend anderen Hochschulen ist diese Disziplin ein Nebenfach bei Geographie oder Vermessungskunde (Geodäsie).

Kartografen geben nach genau festgelegten Maßstäben die Welt im Miniformat wieder. «Bei diesen Arbeiten ist höchste Genauigkeit unumgänglich», betont Kolb. «Wir müssen exakt umsetzen, was Vermessungsingenieure sowie Luft- und Satellitenaufnahmen festgehalten haben», sagt Kirsten Bosche, freiberufliche Kartografin in Berlin. Mal lautet der Auftrag über einen Innenstadtplan im Verhältnis 1:10 000, auf dem alle Straßen und Gebäude im Detail erkennbar sein müssen. Oder eine topografische Karte ist gefragt, die Gebirge, Wüsten und Flüsse darstellt.

Informationen: Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), Frankfurt (Tel.: 069/633 31); Deutsche Gesellschaft für Kartographie.

www.bkg.bund.de

www.dgfk.net

www.kartographie-ausbildung.de

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