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„Es ist auch mal jemand bis in meinen Garten gefahren“

Dauerparker und Raser am Münsterfort in Werne

Im Slalom mit hoher Geschwindigkeit durch die Spielstraße oder zugeparkte Einfahrten: Schon lange ärgert die Straßensituation am Münsterfort den Anwohner Heinz-Wilhelm Liebetrau: „Wenn sich hier nichts tut, dann passiert mal wirklich etwas und dann heißt es, warum hat vorher niemand etwas gesagt?“ Gesagt hätten er und seine Nachbarn schon öfter etwas. Beim Ordnungsamt.

Werne

, 17.05.2018
„Es ist auch mal jemand bis in meinen Garten gefahren“

Schief parkend und oft viel zu schnell: Die Münsterfort-Anwohner sind genervt. © Anna Leonie Kaiser

Vor circa zwei Jahren war das „Zufahrt gesperrt – Anlieger frei“ Schild in der vom Goetheweg westlich abgehenden Münsterfortstraße entfernt worden. Dort steht jetzt ein Spielstraßenschild. Die östliche Straße Münsterfort ist weiterhin nur für Anlieger frei.

Spielstraße: Das heißt eigentlich Schrittgeschwindigkeit. Doch daran halten sich laut Liebetrau die wenigsten. „Schlimm ist es zu Schulzeiten, weil dann die Schüler die Ampel an der Kreuzung Selmer Straße und Goetheweg umgehen wollen“, weiß auch Harald Schäper. Er wohnt direkt gegenüber von Liebetrau.

Pendler nutzen Straße wohl als Abkürzung

„Oder es sind Leute, die noch kurz vor knapp ihren Zug kriegen wollen und die Abkürzung nutzen“, sagt Diana Teiner. Auch sie wohnt im Münsterfort. „Wir werden bald Eltern, und die Situation ist schon so, dass man sich überlegt, ein Kind auf der Straße spielen zu lassen“, berichtet Teiners Lebensgefährte Jan Marx.

„Es ist auch schon mal jemand bis in meinen Garten gefahren, weil er von der Straße abkam“, erzählt Liebetrau. Zusätzlich zu den rasenden Autos kämen Dauerparker, die eben nicht nur die Parkbuchten nutzten.

Spielstraße wird zum Dauerparkplatz

Die Straße werde als Dauerparkplatz für Zugpendler missbraucht, beklagen die Anwohner. Die Pendler stellten ihre Autos morgens vor der Arbeit ab und kämen abends erst wieder. „Wenn Schalke oder Dortmund spielen, ist es noch voller, weil die Fans mit dem Zug zu den Spielen weiterfahren und hier ihr Auto abstellen“, erklärt Liebetrau. Die parkenden Autos machen die Straße noch uneinsehbarer für Autofahrer.

Das Problem: „Das ist eine öffentliche Straße, in der jedes zugelassene Auto ohne Zeitbegrenzung parken darf“, erklärt Werner Kneip vom Ordnungsamt. Die Dauerparker mögen die Anlieger stören, doch das sei nicht zu ahnden.

Die Anwohner vom Münsterfort wünschen sich, dass ihre Straße wieder zufahrtsbeschränkt wird und nur für Anlieger frei ist.