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Alkoholverbot ist für Wachleiterin wichtiges Thema

Werner Polizeichefin zieht Bilanz

Vor 100 Tagen hat Stephanie Müller den Dienst als neue Polizeichefin in Werne angetreten. Im Interview zieht die Wachleiterin eine erste Bilanz, nennt Brennpunkte und Problemfelder. Ein Einsatz ist ihr besonders in Erinnerung geblieben.

Werne

, 26.04.2018
Alkoholverbot ist für Wachleiterin wichtiges Thema

Stephanie Müller vor der Polizeiwache am Bahnhof. Auf der Straße ist sie nur selten. Die Arbeit fällt in ihrem Büro oder bei Gesprächen mit Partnern an. © Jörg Heckenkamp

Als Stephanie Müller vor 100 Tagen den Dienst als neue Werner Polizeichefin antrat, wollte sie sich – wie sie damals sagte – erst einmal informieren. Das hat sie getan. Aber was hat sie eigentlich noch gemacht? Und was hat sie erlebt? Darüber haben wir mit der Wachleiterin der Werner Polizei gesprochen.

Hallo Frau Müller, Sie wollten sich bei Ihrem Dienstantritt am 15. Januar 2018 erst einmal umsehen. Nun sind 100 Tage vorüber. Was haben Sie gesehen?

Vor allem habe ich viel mit Verantwortlichen und Partnern in den beiden Städten Werne und Selm gesprochen. Mit Bürgermeistern, Ordnungsämtern und so weiter. Was ich gesehen habe ist, dass die Kooperationen gut funktionieren.

Wie soll das weitergehen?

In dem wir die bestehenden Kooperationen aufrechterhalten und ausbauen wollen. Die kurzen Wege, die es hier gibt, möchte ich weiter fördern.

Welche Problemfelder haben Sie ausgemacht?

Mit Beginn der Sommerzeit halten sich die Jugendgruppen wieder verstärkt im Freien auf. Da kann es zu Körperverletzungen, Drogenmissbrauch, Belästigungen kommen. In Werne gibt es den Arbeitskreis Sicherheit, an dessen Sitzung ich teilgenommen haben. Wir wollen das Problem angehen.

Wie?

Zunächst haben wir über die Örtlichkeiten, die Brennpunkte gesprochen. In Werne sind das der Busbahnhof und die Tiefgarage, die Bereiche um die Saline und das Juwel sowie Spielplätze. Das wollen wir gemeinsam mit Ordnungsamt, Jugendamt, etc. präsent sein.

Kaum waren Sie im Amt, wurden Sie mit einem heftigen Rosenmontags-Einsatz konfrontiert.

Die Kollegen haben vorher noch gesagt. ‚Wenn was passiert, dann eher in Selm. In Werne ist es ruhig‘. Und dann gingen Jugendgruppen aufeinander los. Zum Glück war das in der Heftigkeit nur über einen kurzen Zeitraum.

Was wollen Sie beim nächsten Mal dagegen tun?

Alle Beteiligten haben das Geschehen aufgearbeitet und überlegen, was man verbessern kann.

Was wäre das?

Genaue Maßnahmen haben wir noch nicht besprochen. Aber eines ist klar: Wo viel Alkohol im Spiel ist, gibt es meist Probleme.

Heißt das, Sie sprechen sich für ein Alkoholverbot aus, wie es vorher ja auch diskutiert worden ist?

Wir haben auch das Thema Alkoholverbot angesprochen, aber keine Entscheidung gefällt. Es ist ja auch so, dass viele „vorglühen“. Man müsste also auch prophylaktisch tätig werden.

Alkoholverbot ist für Wachleiterin wichtiges Thema

Die Wachleiterin in ihrem Büro in der Wache am Bahnhof Werne. Die Figur der drei Polizisten nach Art der drei Affen hat sie vom Vorgänger übernommen. © Jörg Heckenkamp

Sie sind im Kreis Unna die erste und bis jetzt einzige Wachleiterin der Polizei. Haben Sie bei Ihren Mitarbeitern Vorbehalte gegen eine Frau im Chefsessel gespürt?

Nein, überhaupt nicht. (Sie denkt kurz nach) Vielleicht hat noch der ein oder andere gestandene Kollege alte Ansichten. Aber gespürt habe ich davon nichts. Ich glaube, diese Zeiten sind auch vorbei.

Haben Sie seit Ihrem Dienstantritt grundlegende Änderungen vorgenommen?

Ich habe die ein oder andere Verbesserung, wie ich meine, aus Unna mitgebracht. Das bezieht sich aber eher auf die interne Organisations-Struktur. Jedenfalls keine Änderungen, die der Bürger direkt bemerken würde.

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Manche Frauen in Führungspositionen spielen ihre oft größere Kompetenz in Sachen Empathie aus, manche geben sich noch managermäßiger als Männer. Was ist Ihr Führungsstil?

So, wie ich mich gebe, komme ich gut klar. Ich versuche, alle Interessen zu berücksichtigen, sowohl die der Behörde, als auch die der Bürger, aber insbesondere die meiner Mitarbeiter.