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Auf der Streuobstwiese von Willi Fleige stehen mehr als 100 Obstbäume

Streuobstwiese an der Capeller Straße in Werne blüht

Die Streuobstwiese von Bauer Willi Fleige steht derzeit in voller Blüte. Täglich schaut der 96-Jährige auf die Blütenpracht und hat dabei nur einen Wunsch: Hoffentlich erlebt er in diesem Jahr nicht wieder die böse Überraschung wie im vergangenen Jahr.

Werne

, 26.04.2018
Auf der Streuobstwiese von Willi Fleige stehen mehr als 100 Obstbäume

Ein hübsches Schauspiel: Auf der Streuobstwiese an der Capeller Straße stehen die Apfelbäume in voller Blüte. © Helga Felgenträger

Auf seinem Anwesen an der Capeller Straße stehen mehr als 100 Obstbäume. Äpfel. Pflaumen. Birnen. Die Wiese ist ihm schon seit Kindheitstagen vertraut. „Hier hatten wir immer Obstbäume stehen“, erzählt der Landwirt, der am Montag 96 Jahre alt geworden ist. Vor etwa 20 Jahren nahm der Kreis Unna die Wiese in seine Obhut.

Hoher Bestand an alten Bäumen

Auf der Wiese von Fleige befindet sich noch ein hoher Bestand an alten Bäumen, wie Kreis-Umweltschutztechniker Hartmut Kemper von der unteren Landschaftsbehörde sagt. Die Bäume, zum Teil 80 Jahre alt, seien wertvolle Pollenspender.

So sind die Obstbaumblüten eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Falter und andere Insekten. Die Bäume dienen als Nist-, Brut- und Zufluchtsstätte für Vögel. Die Krautschicht der Wiesen ist auf diesen Flächen artenreicher, hier sind neben einer Vielzahl von Gräsern auch etliche Blütenpflanzen auszumachen. Zudem kann eine Obstwiese ein idealer Standort für ein Bienenvolk sein.

Kontrolle der Unteren Landschaftsbehörde

Die Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde waren jetzt unterwegs, um die anfallenden Pflegemaßnahmen durchzuführen. „Auch bei mir waren sie“, erzählt Willi Fleige. Allerdings ist er ein erfahrener Obstbauer und daher mussten die Landschaftsgärtner nicht mehr viel machen. „Sie haben kontrolliert, ob ich alles richtig gemacht habe“, sagt er mit einem zwinkernden Auge.

Zu den erforderlichen Arbeiten gehören unter anderem das Anbringen von Verbissschutzmanschetten, das Anbinden der Baumpfähle und die Überprüfung der Funktion des Schutzdrahtes. „Bei der Anpflanzung junger Bäume muss eine Baumscheibe angelegt werden“, rät der Fachmann. Das lange Gras verhindere das Eindringen des Wassers und es locke Wühlmäuse an. Mindestens fünf Jahre sollte der Baum von rundherum frei bleiben.

Auf der Streuobstwiese von Willi Fleige stehen mehr als 100 Obstbäume

Landwirt Willi Fleige hofft, dass seine Streuobstwiese in diesem Jahr vom Frost verschont bleibt. © Foto Helga Felgenträger

Willi Fleige schaut zum Himmel. In diesen Tagen verfolgt er etwas öfter den Wetterbericht. Er erinnert sich ungern an den April 2017. Da erfroren die Blüten und das Ergebnis bekam er im Herbst zur Ernte zu spüren. „Der Ertrag war im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent geringer“, sagt er enttäuscht. So steht auch der Kompott aus selbst geernteten Äpfeln dieses Jahr seltener auf dem Tisch. „Und die Winterküddel gab es gar nicht“, bedauert seine Tochter Maria. Die kleinen Birnen sind eine Spezialität im westfälischen Grünkohl-Gericht.

Infos zur Antragstellung „Streuobstwiese“ gibt es beim Kreis Unna, Tel. (02303) 272270. Die geförderte Wiese sollte mindestens 2500 Quadratmeter groß sein.