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Warnung vor Sexualstraftäter war nicht unrecht

WERNE Das Jugendamt Ascheberg durfte Eltern vor einem verurteilten Sexualstraftäter aus Herbern warnen. Das hat das Verwaltungsgericht Münster in einem gestern bekannt gewordenen Urteil bestätigt.

von von Jörn Hartwich

, 19.11.2007
Warnung vor Sexualstraftäter war nicht unrecht

Das Schöffengericht verurteilte ein Ehepaar in Brambauer zu Freiheitsstrafen auf Bewährung, weil sie den pflegebedürftigen Vater misshandelt hatten.

Im konkreten Fall ging es um einen ehrenamtlich tätigten Sozialarbeiter und Nachhilfelehrer, der 1994 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einer einjährigen Bewährungssstrafe verurteilt worden war (wir berichteten).

Misstrauische Schulmitarbeiter

Außerdem war dem Mann aus Herbern damals für einen Zeitraum von fünf Jahren untersagt worden, Jugendliche zu beschäftigen, anzuweisen oder auszubilden. Als er später an der Werner Barbaraschule auftauchte, hatte sich das Kollegium sofort ans Jugendamt gewandt. Sekretärin, Hausmeister und Lehrer – alle waren misstrauisch. Vor allem, da sich der vorbestrafte Sexualtäter als Betreuer bestimmter Kinder ausgegeben haben soll.

Das haben Zeugen berichtet – und so hat es das Gericht im Urteil auch festgestellt. Die Behörde hatte damals nicht lange gezögert und einen Warn-Brief an die betroffenen Eltern verschickt. Darin hieß es sinngemäß: Eine Gefährdung der Kinder sei aufgrund der Vorstrafe des Mannes nicht auszuschließen.

Behörde durfte über Vorstrafe informieren

Für den Herberner ein Skandal. Er fühlt sich durch das Schreiben an den Pranger gestellt. Seine Vorstrafe, so erklärte er im Prozess, hätte nicht weitergegeben werden dürfen. Falsch, so das Gericht. Die Weitergabe des Strafregisters sei rechtlich nicht zu beanstanden, hieß es im Urteil. Und die Warnung an die Eltern sei eine Wertung, die sachgerecht und vertretbar war, weil sei auf einem Tatsachenkern beruhe – der Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs.

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