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Verkauf des Stockumer Freibades war keine Kungelei

WERNE Die Stadtverwaltung hat nicht mit dem Angelsportverein (ASV) Werne-Lippetal "gekungelt"; sie hat ihm das alte Stockumer Freibad nicht weit unter Wert überlassen. Das ist die klare Aussage von Baudezernentin Monika Schlüter; und räumt auch gleich mit Spekulationen über die Baulandfrage auf.

von Von Rudolf Zicke

, 07.10.2008
Verkauf des Stockumer Freibades war keine Kungelei

Schönes Wetter- viele Gäste: So sah es noch in den guten Zeiten des Stockumer Freibades aus.

Baudezernentin Monika Schlüter kontert  Behauptungen u. a. in einer von der Staatsanwaltschaft zurückgewiesenen Anzeige wegen Untreue gegen Bürgermeister Rainer Tappe (wir berichteten): Danach soll die Immobilie nicht die vom ASV gezahlten 100.000 Euro, sondern 1,2 Millionen Euro wert sein.1,2 Millionen Euro: Völlig unrealistische Summe

1,2 Millionen - das ist für Schlüter indes eine Summe, die völlig unrealistisch und lediglich eine Milchmädchenrechnung ist. "Hier handelt es sich ja nicht um Bauland, sondern um eine sportlich genutzte Fläche", erläutert die Dezernentin. Und da kein Bebauungsplan existiere, müsste die Nutzung nach der Schließung des Bades laut Baugesetzbuch auch wieder sportlicher Natur sein.Viel zu laut für Wohngebiet

"Wollte man auf dem alten Freibad-Gelände Wohnbebauung ermöglichen, müsste also erst einmal über einen Bebauungsplan Baurecht geschaffen werden", so Monika Schlüter weiter. Doch damit tue sich die erste Hürde auf: Denn direkt neben dem ehemaligen Freibad befindet sich bekanntlich ein Sportplatz. Folge: "Damit ist ein Wohngebiet schon aus Lärmgründen kaum machbar." Wie problematisch die Nachbarschaft von Sport und Wohnen sei, erfahre man gerade schmerzlich im Bereich Wiebecke/Dahl. Erschwerend kämen in Stockum Geruchsemissionen vom Bauernhof Rasche hinzu.Abriss der Bauten würde teuer werden

Unabhängig von diesen baurechtlichen Fragen müssten bei einer Grundstückspreisberechnung laut Schlüter auch Kosten für Gutachten, Planung, Entwicklung und Erschließung und die effektiv bebaubare Fläche (abzüglich Straßen etc.) berücksichtigt werden. Und schließlich müsste bis auf den Bungalow der Großteil der Freibad-Bauten inklusive Schwimmbecken bei einer neuen Nutzung für viel Geld abgerissen werden.

Nur Angler zeigten Kaufinteresse

Dass unter solchen Voraussetzungen ein Baugebiet sowohl für die Stadt als auch für Investoren nicht lukrativ sei, zeige schon die Tatsache, dass es außer dem ASV keinen weiteren Kaufinteressenten gegeben habe. Lediglich der SC Stockum habe das Gelände kostenlos übernehmen und in eine Freizeitanlage umwandeln wollen - bei einer finanziellen Beteiligung der Stadt von jährlich rund 60 000 Euro. "Dann hätten wir das Bad auch gleich offen halten können", sagte Schlüter.Eine Sorge weniger

Von daher sei es eine glückliche Fügung, dass die Angler auf ihrer langwierigen Suche nach einem Vereinsgelände nun das ehemalige Freibad zu fairen und reellen Konditionen gekauft hätten: "Damit haben Stadt und Angelsportverein eine Sorge weniger."

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