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Stadt gesteht Fehler ein

WERNE Die Kostenexplosion beim Bau der Radstation am Bahnhof hatte gestern Abend ein Nachspiel: Nach heftigen Vorwürfen von Politikern räumte die Stadtverwaltung Fehler ein.

von Von Hubert Kramer

, 23.10.2007

„Wir haben es schlicht versäumt, Sie zu informieren“, sagten gleich lautend der zuständige Fachbereichsleiter Dr. Ralf Wagner und seine Chefin, die städtische Baudezernentin Monika Schlüter.

Weitere Kosten

Die Baudezernentin brachte eine weitere Hiobsbotschaft mit. Die Kosten würden vermutlich um weitere 24 000 Euro steigen, weil das Rechnungsprüfungsamt wohl diese Summe aus der Gesamtsanierung des Bahnhofsumfeldes der Radstation zuschlagen werde. Da half auch der Hinweis Wagners wenig, dass man bei besagter Gesamtmaßnahme rund 900 000 Euro eingespart habe: Die Kritik, dass die Radstation bei einem Landeszuschuss von 200 000 Euro statt ursprünglich geplanter 284 000 Euro tatsächlich 430 000 Euro verschlungen habe, entzündete sich vor allem daran, dass die Stadt diese Entwicklung unter der Decke gehalten habe.

Dammermann äußerte Unmut

FDP-Fraktionsvorsitzender Christoph Dammermann erneuerte seinen gestern in unserer Zeitung geäußerten Unmut: „Es hätte mehrfach die Chance gegeben zu sagen: Die Radstation wird wesentlich teurer. Wollt Ihr sie dann überhaupt noch?“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Paul-Heinz Kranemann  redete Klartext. „Wenn wir gewusst hätten, das die Stadt am Ende über 200 000 Euro zahlen muss, hätten wir die Radstation wahrscheinlich gar nicht gebaut“, meinte er.

In freier Wirtschaft würden Köpfe rollen

Den Hinweis Wagners auf die Einsparungen in der Gesamtmaßnahme ließ Michael Zurhorst (CDU) nicht gelten: „Das kann man nicht miteinander verrechnen.“ In der freien Wirtschaft, so Zurhorst, würden Köpfe rollen. Auf Ausgleich bedacht war der Ausschuss- und SPD-Fraktionsvorsitzende Karl-Friedrich Ostholt. Man müsse anerkennen, dass die Stadt ihren Fehler zugegeben habe, argumentierte er. Außerdem stehe er zu der Entscheidung, die Radstation zu bauen – und zwar schon aus sozialen und umeltschützerischen Aspekten.

Schlechte Nutzung

Die schlechte Nutzung der Radstation liege allerdings – so Ostholt – an dem „verheerenden Marketing“ des Betreibers. Obwohl täglich 100 bis 120 Fahrräder um den Bahnhof herum abgestellt würden, stünden nur 10 bis 20 Räder in der Station, hieß es in einem Papier.

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