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Ein neues Hotel am Eingangstor zur Innenstadt?

Ehemaliges Rapunzel

Dass auf dem Gelände der ehemaligen Steintorschule – später „Rapunzel“ – (sozialer) Wohnraum entstehen soll, ist nicht neu. Nun ist auch die Rede von einem Hotel an der Lünener Straße.

Werne

, 03.07.2018
Ein neues Hotel am Eingangstor zur Innenstadt?

Die ehemalige Steintorschule an der Lünener Straße: Seit 2015 werden die Räumlichkeiten als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Sie könnten nach Angaben der Stadt relativ kurzfristig in eine andere Unterkunft verlegt werden. © Helga Felgenträger (Archiv)

Es war Grundschule und Jugendzentrum und bietet aktuell 20 Asylsuchenden eine Unterkunft: Doch die Tage des Gebäudes an der Ecke Lünener Straße/Cappenberger Straße sind gezählt. Die städtische Fläche, auf der es steht, soll zusammen mit der Privatfläche in Richtung Jüngststraße überplant werden.

Das ist nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hatten Politik und Verwaltung ein Nachnutzungskonzept diskutiert. Die Rede war von neuem Wohnraum, später dann auch von sozialem Wohnraum, um die Zielmarke von 240 öffentlich geförderten Wohneinheiten bis 2030 zu erreichen.

„Südliches Eingangstor“ zur Werner Innenstadt

Nun hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr einen zusätzlichen Vorschlag ins Rennen geschickt: ein neues Hotel am „südlichen Eingangstor“ zur Werner Innenstadt. In der Sitzung am 1. März 2018 war die Idee der CDU („Wir diskutieren derzeit auch die Frage, ob es in Werne noch Bedarf für ein Hotel gibt“) weniger gut angekommen. Vier Monate später war man sich größtenteils einig: Es gebe Bedarf.

Stand jetzt sollen Investoren und Architekten innerhalb eines Investorenwettbewerbs konkrete Vorschläge für das insgesamt 6334 Quadratmeter große Areal machen. „Es macht Sinn, beide Flächen – die städtische und die private – zu überplanen“, sagte Stadtplaner Ralf Bülte am Montagabend, 2. Juli, in der jüngsten Sitzung des politischen Ausschusses. Erste Gespräche mit der Eigentümerin des angrenzenden Privatgeländes habe man bereits geführt.

Wohnen und Hotelgewerbe: „Ein guter Mix“

Die Entwicklung der Fläche und auch der Verkauf der Liegenschaft sind Teil der Haushaltssicherung der Stadt Werne. Man will sich von Immobilien trennen, um Kosten zu sparen und gleichzeitig neue Einnahmen zu erzielen. Den Einwand von Bürgermeister und Kämmerer, der Verkaufsgewinn wäre möglicherweise nicht hoch genug, weil es sich für Investoren nicht lohne, in sozialen Wohnungsbau zu investieren, schmetterten die Politiker am Montag ab.

„Das finde ich unmöglich“, empörte sich etwa Ulrich Höltmann von der SPD. Adelheid Hauschopp-Francke, sachkundige Bürgerin für die Sozialdemokraten, sagte, dass die Wirtschaftlichkeit dieses Vorhabens mit einem „schicken Hotel“ wieder gegeben sei. Wie alle anderen pochte auch sie auf Wohnungen mit Mietpreisbremse, denn: „Was bringt uns ein ausgeglichener Haushalt, wenn wir in Zukunft keine Leute haben, die sich die Wohnungen leisten können?“

Etwa 30 Prozent der geplanten Wohneinheiten sollen öffentlich gefördert werden. Zusammen mit dem Hotel sei das „ein guter Mix“, sagte Markus Rusche von der CDU. Mit diesem „Anforderungsprofil“ aus Wohnen und Hotelgewerbe sucht die Verwaltung nun nach möglichen Investoren.