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Wehrhahn-Prozess: Staatsanwalt stellt 18 neue Beweisanträge

Schlussoffensive der Staatsanwaltschaft am sogenannten Wehrhahn-Prozess: Anstatt sein Plädoyer zu halten, stellte der Staatsanwalt 18 neue Beweisanträge. Doch zuletzt lief alles auf einen Freispruch des Angeklagten hinaus.

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Düsseldorf

, 03.07.2018
Wehrhahn-Prozess: Staatsanwalt stellt 18 neue Beweisanträge

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck/Archiv

Im Prozess um den mutmaßlich fremdenfeindlichen Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat der Staatsanwalt 18 weitere Beweisanträge gestellt. Damit stemmte sich der Anklagevertreter gegen den sich abzeichnenden Freispruch des Angeklagten. Eigentlich sollte am Dienstag die Beweisaufnahme geschlossen und mit den Plädoyers begonnen werden.

Bei einem der Anträge signalisierte das Gericht bereits, dem nachgehen zu wollen: Dabei geht es um die Zeugenvernehmung von Neonazis, die in eine Auseinandersetzung mit Sprachschülern verwickelt gewesen sein sollen. Auf Schüler der Sprachschule war später der Bombenanschlag verübt worden.

Zudem sollen nach dem Willen des Staatsanwalts Verwandte des verschwundenen mutmaßlichen Schlüsselzeugen Herbert L. als Zeugen gehört werden. Herbert L. soll mit dem Angeklagten befreundet gewesen sein und besaß große Mengen des Sprengstoffs TNT sowie Zünder.

Der Staatsanwalt kritisierte zudem die Aufhebung der Beugehaft gegen einen widerspenstigen Zeugen nach nur elf Tagen. Dies sei angesichts der Tragweite seiner vorherigen Behauptungen unverhältnismäßig. Die Verteidigung reagierte auf die neuen Anträge gelassen: „Das wird ausgehen wie das Hornberger Schießen“, sagte eine Verteidigerin.

Bei dem Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa, viele von ihnen jüdischen Glaubens. Der Prozess soll am 9. Juli fortgesetzt werden.