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35-Jährigem aus Recklinghausen droht die Psychatrie

Mehrere Brandanschläge auf Bahngleisen verübt

Er soll Ende 2017 binnen sechs Wochen drei potenziell verheerende Feuer-Anschläge verübt und damit den Bahnverkehr massiv beeinträchtigt haben - nun steht der 35-Jährige Industriemechaniker aus Recklinghausen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hält den psychisch-kranken Mann derzeit für eine Art tickende Zeitbombe - weshalb es vor dem Bochumer Landgericht auch nicht um eine klassische Bestrafung geht.

BOCHUM

, 05.06.2018
35-Jährigem aus Recklinghausen droht die Psychatrie

Beim 35-jährigen Angeklagten geht es vor dem Bochumer Landgericht nur noch darum, ob er in die geschlossene Straftäter-Psychatrie eingewiesen wird. © picture alliance / Bernd Thissen

Nach einer Serie von Brandanschlägen an Bahngleisen steht ein Industriemechaniker aus Recklinghausen seit Dienstag in Bochum vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hält den psychisch-kranken Mann derzeit für eine Art tickende Zeitbombe in Menschengestalt - der Beschuldigte sagte zu den Vorwürfen nur so viel: „Ich war einfach nur dicht.“

Der 35-Jährige soll Ende 2017 binnen sechs Wochen drei potenziell verheerende Feuer-Anschläge verübt und dadurch den Bahnverkehr massiv beeinträchtigt haben. Zweimal soll er nachts unweit vom Hauptbahnhof Recklinghausen Kabelschächte der Deutschen Bahn angezündet und dadurch einen Sachschaden von insgesam

t 165.000 Euro angerichtet haben. Am 1. November war der Bahnverkehr deswegen bis zum Mittag (13 Uhr) lahm gelegt. Fünf Tage später war es durch eine durchgeschmorte Telekommunikationsleitung zum Zusammenbruch des Zug-Funkverkehrs gekommen, so dass auch hier der Bahnverkehr aus Sicherheitsgründen stundenlang zum Stillstand verdammt war.

Glück im Unglück

Beim dritten Anschlag blieb laut Staatsanwaltschaft „eine größere Katastrophe für die Recklinghäuser Innenstadt“ einzig dank eines Augenzeugen aus. Der Fahrgast hatte am 17. Dezember aus einem vorbeifahrenden Zug offenbar gerade noch rechtzeitig beobachtet, dass ein erster von 14 mit Butangas gefüllten Kesselwagen aus einem auf den Gleisen geparkten Wagon-Verbund bereits Feuer gefangen hatte – und sofort Alarm geschlagen. Spurenuntersuchungen hatten ergeben, dass an den Wagons an einer freigelegten Gasleitung eine Gaskartusche und eine Zündschnur angebracht worden war.

Der Beschuldigte war in der dritten Feuer-Nacht festgenommen worden. Die Beweise gegen den 35-Jährigen, der zum fraglichen Zeitraum quasi ständig im Amphetamin-Rausch gewesen sein will („Ich kann mich so gut wie an nichts erinnern“), sind erdrückend. Wie es hieß, gibt es zahlreiche, lupenreine DNA-Treffer von ihm an allen drei Anschlagsorten.

Extrem gefährlich für die Allgemeinheit

Die Staatsanwaltschaft hält den 35-Jährigen mit Blick auf eine schizophren Psychose für unberechenbar und für die Allgemeinheit extrem gefährlich. Vor dem Bochumer Landgericht geht es daher auch nicht um eine klassische Bestrafung, sondern allein um eine unbefristete Zwangseinweisung in die geschlossene Straftäter-Psychiatrie.