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Wehrhahn-Prozess: Beschwerde gegen Freilassung

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat gegen die Freilassung des Angeklagten im sogenannten Wehrhahn-Prozess Beschwerde eingelegt. Das sagte eine Sprecherin des Düsseldorfer Landgerichts am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Über die Beschwerde muss nun das Düsseldorfer Oberlandesgericht entscheiden.

Düsseldorf

04.06.2018
Wehrhahn-Prozess: Beschwerde gegen Freilassung

Bücher mit der Strafprozessordnung (StPO) liegen auf einer Richterbank. Foto: Christian Charisius/Archiv

Der Prozess gegen den 51 Jahre alten Angeklagten um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn wird an diesem Dienstag fortgesetzt. Das Gericht hatte den Mann nach mehr als einem Jahr Untersuchungshaft vor knapp drei Wochen auf freien Fuß gesetzt. Es bestehe kein dringender Tatverdacht mehr. Der Beschluss gilt als Vorentscheidung: Der Angeklagte kann nun auf einen Freispruch hoffen.

Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa. Die Staatsanwaltschaft hatte den 51-Jährigen mit Kontakten zur rechten Szene wegen zwölffachen Mordversuchs aus Fremdenhass angeklagt. Er bestreitet die Tat.

Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten die Beweislage völlig anders beurteilt als die Strafkammer: Der Angeklagte habe Täterwissen offenbart, mehrfach die Unwahrheit gesagt und sich in Widersprüche verstrickt. Eine lange Kette aus Indizien belaste ihn. Doch das Gericht folgte der Verteidigung, die zentrale Zeugenaussagen als unglaubwürdig kritisiert hatte.