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Polizei stellt nach illegalen Rennen Fahrzeuge sicher

Raser in Dortmund und Köln unterwegs

In Dortmund und Köln haben sich Zeugen zufolge wieder mehrere Fahrer illegale Autorennen geliefert. Die Polizei stellte am Wochenende etliche teils hochwertige Fahrzeuge sicher, wie ein Sprecher mitteilte. In Düsseldorf starb ein Motorradfahrer bei einem vermeintlichen Rennen.

DORTMUND/KÖLN

03.06.2018
Polizei stellt nach illegalen Rennen Fahrzeuge sicher

Archivbild: Nach einem tödlichen Unfall bei einem illegalen Autorennen stehen ein Kreuz, Kerzen und Blumen an der Unfallstelle. © picture alliance / Federico Gamb

Nach Zeugenhinweisen stoppten die Beamten etwa einen 27-jährigen Mann in einem Mietwagen von Mercedes-AMG. Er sowie eine 26-Jährige in einem weiteren Auto sollen zuvor mit viel zu hoher Geschwindigkeit durch den Stadtteil Mülheim gerast sein und auch eine rote Ampel überfahren haben. Fahrzeuge, Führerscheine und Handys wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Am Samstagabend zogen die Beamten zwei 20 und 22 Jahre alte Männer mit Oberklassewagen aus dem Verkehr. Sie sollen zuvor mit sehr hoher Geschwindigkeit nebeneinander auf einer einspurigen Straße im Kölner Stadtteil Ossendorf unterwegs gewesen sein. Die Beamten mussten Verstärkung anfordern. Auch hier stellten sie Führerscheine und Autos sicher.

In Dortmund verfolgten Polizisten einen 32-jährigen Raser, bis sie ihn schließlich stellen konnten. Ihn und einen 21-Jährigen hatten die Beamten nach Polizeiangaben zuvor dabei beobachtet, wie sie Grünphasen bei Ampeln für mehrere kleine Rennen nutzten.

An der Ampel Hoher Wall / Luisenstraße beobachteten die Polizeibeamten aus kurzer Distanz die Absprachen der Fahrer mittels Handzeichen durch die geöffneten Fensterscheiben beider Wagen. Kurz darauf heulten die Motoren auf. Zwischengasgeräusche und Fehlzündungen der Motoren waren zu vernehmen. Bei Grün rasten die beiden Mercedesfahrer auf dem linken und mittleren Fahrstreifen los und hielten erst wieder an der nächsten roten Ampel Hiltropwall / Hohe Straße.

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Auch im Fall eines tödlich verunglückten Motorradfahrers in Düsseldorf gibt es Zeugenhinweise, die auf ein solches Rennen schließen lassen. Der 21-Jährige war am frühen Sonntagmorgen mit seiner Maschine bei Rot über eine Kreuzung gefahren und mit einem Auto zusammengeprallt, wie die Beamten berichteten. Der junge Mann starb noch an der Unfallstelle.

Es bestehe der Verdacht, dass sich der Mann ein Rennen mit einem weiteren Autofahrer lieferte, hieß es. Zeugen sprachen demnach von lauten Motorengeräuschen. Beide Fahrzeuge sollen mit hoher Geschwindigkeit nebeneinander gefahren sein, der ebenfalls 21-jährige Autofahrer kam jedoch vor der roten Ampel zum Stehen. Für die weiteren Ermittlungen wurden sein Fahrzeug und der Führerschein sichergestellt.1


Teilnahme an Rennen bereits eine Straftat

Die Teilnahme an illegalen Straßenrennen wird strafrechtlich verfolgt. Seit Oktober gilt der Paragraf 315d des Strafgesetzbuches, auf dessen Grundlage dies mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden kann.

Ende März war am Landgericht Köln die Bewährung für zwei Raser von zwei Jahren sowie einem Jahr und neun Monaten aufgehoben worden. Einer der beiden hatte während eines illegalen Rennens im Jahr 2015 die Kontrolle über seinen Wagen verloren und eine Radfahrerin gerammt - die 19-Jährige starb. Die Männer müssen ihre Strafe nun absitzen.

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