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Unwetter sorgt für vollgelaufene Keller und Sperrungen

A40 in Essen nach Unwetter überflutet

Blitz und Donner über NRW: Erneut halten Gewitter die Feuerwehren auf Trab. Stundenlang prasselt der Regen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor neuen Unwetter, doch es gibt Hoffnung auf Besserung.

NRW

01.06.2018
Unwetter sorgt für vollgelaufene Keller und Sperrungen

Die A40 in Essen war durch den Regen überflutet. © Brosch

Düstere Wolken, starke Gewitter, prasselnder Regen und Hagel: Über mehrere Stunden sind heftige Gewitter auch am Freitagmorgen über Nordrhein-Westfalen hinweggezogen, Keller liefen voll, die Bahn meldete Verspätungen.

Betroffen waren unter anderem die Regionen Düsseldorf, Wuppertal und Solingen ebenso wie der Rhein-Sieg-Kreis. Der Deutsche Wetterdienst in Essen warnte erneut vor Unwettern.

Nach Angaben der Meteorologen bahnte sich das Gewitter am Morgen zunächst seinen Weg von Aachen bis Düsseldorf, bevor es Richtung Norden zum Ruhrgebiet weiterzog. Betroffen sei auch das Münsterland, hieß es.

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„Wirkliche Schwerpunkte gibt es nicht, wir haben eine sehr dynamische Lage, die sich stündlich ändert“, sagte ein DWD-Meteorologe in Essen. Er rechnete mit meist bis zu 20 Litern Wasser pro Stunde und Quadratmeter. „An manchen Orten können es aber auch bis zu 40 Liter werden, wir schließen sogar 60 Liter nicht aus“, sagte der Wetterexperte.

Das bekamen auch Autofahrer in Essen zu spüren. Durch den starken Regen war die A40 auf Höhe Essen-Huttrop überflutet und musste komplett gesperrt werden. Mittlerweile ist eine Spur wieder freigegeben.

Die Gewitter zögen nur langsam und hätten somit ausreichend Zeit, ihre Wassermengen an einem Ort abzulassen. „Da kommt echt viel Wasser runter und es wird sicher auch zu Schäden kommen“, warnte der Meteorologe. Erst in der Nacht zum Samstag werde die Luft trockener, die Unwetter würden dann nachlassen.

Einsätze der Feuerwehr in NRW

In Blankenberg bei Hennef ging auf einer Bahnstrecke für Regionalzüge am Freitagmorgen nichts mehr, nachdem ein Blitz in ein Stellwerk eingeschlagen war. Es kam zu Ausfällen und Verspätungen. Kurz darauf rollte der Bahnverkehr aber wieder.

In Stadtteilen von Solingen rutschte von Regen gelöster Schlamm auf die Straßen. Die Feuerwehr sicherte mehrere Gebäude mit Hunderten Sandsäcken ab. Im Pumpspeicher-Kraftwerk Finnentrop im Sauerland flutete der Starkregen ein leeres Oberbecken. Da das Wasser in einen Reparaturbereich des Kraftwerks zu laufen drohte, musste die Feuerwehr es abpumpen. In Wermelskirchen schlug der Blitz in ein Haus ein, der Dachstuhl brannte aus. Ebenfalls durch einen Blitz geriet in Hellenthal (Kreis Euskirchen) eine Scheune in Brand. In Düsseldorf war der Rheinufertunnel gesperrt.

Am Flughafen in Düsseldorf wurde am Morgen wegen der starken Regenfälle zweimal die Abfertigung unterbrochen. Leichte Verzögerungen bei Starts und Landungen waren die Folge. „Aus Sicherheitsgründen lassen wir keine Mitarbeiter oder Passagiere aufs Vorfeld, wenn gerade ein Gewitterzelle über dem Platz ist. Dann stehen Busse, Tankwagen und Lotsenfahrzeuge kurzzeitig still“, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Rock am Ring: Zelte verwüstet und Campingplätze unter Wasser

Auch in anderen Teilen Deutschlands kommt das Wetter nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Freitag hatten Gewitter unter anderem im Saarland gewütet und Straßen und Keller unter Wasser gesetzt.

Nass war es auch bei „Rock am Ring“ in Rheinland-Pfalz. Viele Besucher waren schon vor Beginn des Musikfestivals am Freitag mit ihren Zelten da. Auf dem Campinggelände entstanden große Pfützen, Zelte wurden verwüstet. Unwetter hatten bei dem Festival in der Eifel schon in den vergangenen Jahren Probleme gemacht. Dabei gab es auch Verletzte.

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In Baden-Württemberg war vor allem der Norden des Bundeslandes betroffen.

Nach Schätzungen des DWD bleibt die schwül-warme Luft am Freitag bestehen, die Temperaturen erreichen aber nur noch 23 bis 26 Grad. Am Wochenende soll sich die Lage dann entspannen. Am Samstag werden nur noch vereinzelt Gewitter erwartet. Für Sonntag stellen die Meteorologen freundlicheres Sonnenwetter in Aussicht.

Vor allem am Dienstagabend hatten schwere Unwetter in Teilen Nordrhein-Westfalens große Schäden verursacht. Besonders betroffen war Wuppertal. Die Aufräumarbeiten werden dort nach Einschätzung der Stadt mehrere Wochen dauern.

Die Stadt Wuppertal fordert nach dem heftigen Unwetter mit Überschwemmungen und erheblichen Infrastrukturschäden finanzielle Unterstützung vom Land Nordrhein-Westfalen. „Die Stadt erhofft sich Soforthilfen von der Landesregierung“, sagte eine Stadtsprecherin. Die komplette Schadenshöhe in Wuppertal sei derzeit aber noch unklar. Derzeit würden die Schäden etwa unter Straßen, in Kanälen oder an Gebäuden untersucht.

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Spuren der Verwüstung nach Unwetter

30.05.2018
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Ein Radfahrer in Duisburg fährt über eine überflutete Straße an stehengebliebenen Autos vorbei.© dpa
Bei genauem hinsehen wird deutlich, dass das Wasser im Wuppertaler Einkaufszentrum City-Arkaden mehrere Zentimeter hoch stand.© dpa
Wuppertal hat das Unwetter besonders hart getroffen: Das Dach einer Tankstelle konnte den Regenfällen nicht standhalten.© dpa
Ein Lieferdienst fährt durch eine überflutete Duisburger Straße.© dpa
Im Wuppertaler Einkaufszentrum City-Arkaden stand das Wasser mehrere Zentimeter hoch, Dreck und Erde wurden durch die Gänge gespült.© dpa
Viele Geschäfte in Wuppertal und Aachen wurden durch das Unwetter verwüstet. Im Bild kehrt eine Wuppertalerin Wasser aus einem Geschäft.© dpa
Das Dach einer Wuppertaler Tankstelle fiel auf ein unglücklich geparktes Auto.© dpa
Auch das Dach eines Universitätsgebäudes in Wuppertal stürzte ein. Wasser lief in die Gebäude.© dpa
In einer Straße in Wuppertal spitzt nach heftigen Regenfällen das Wasser aus einem Gully, von dem der Deckel weggeflogen ist.© dpa
An vielen Orten liefen die Keller voll, die Feuerwehrleute im Bild waren in Wuppertal im Einsatz.© dpa

Straßen wurden überflutet, Dächer beschädigt, die Wassermassen drangen in Häuser und Geschäfte ein. Die Stadt sprach von umgestürzten Bäumen, unterspülten Straßen, Geröll, Schlamm und Absackungen. Die Reparatur- und Sanierungsarbeiten werden womöglich noch lange dauern: „Das wird nicht in den nächsten Wochen erledigt sein“, betonte die Sprecherin.

„Wir haben riesige Schulzentren, wo die komplette Technik unter Wasser stand“, sagte die Sprecherin. Gehwege, Straßen oder auch Hallenböden müssten vielerorts erneuert werden. „Derzeit gibt es noch gesperrte Straßen, bei den wir noch gar nicht wissen, wie die Substanz ist.“

Nach einem Jahrhundertregen 2014 mit Überflutungen hatte die damalige rot-grüne Landesregierung den am schlimmsten betroffenen Kommunen Münster und Greven Millionenhilfen zugesagt. Zwei Menschen waren damals ums Leben gekommen.

dpa