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SG Selm muss in die Relegation

SG Selm verliert gegen SV GS Hohenholte

Patrick Botta glich für die SG noch zum 1:1 aus, doch dann passierte Paul Ulrich der zweite schlimme Fehler. Selm vergab in den Schlussminuten das Remis.

Selm

29.05.2018
SG Selm muss in die Relegation

Niklas Neumann rauft sich die Haare. Er vergab in der 66. Minute kurz nach dem Ausgleich die Riesenchance zum 2:1 für Selm, als er frei durch war. © Reith

Die Bilder bei der SG Selm gleichen sich Woche für Woche. Starre Gesichter, hängende Köpfe nach Spielende. Auch nach guten Spielen. So wie Dienstagabend in Havixbeck. Doch wieder ging die SG Selm als Verlierer vom Platz. Trotz ordentlicher Leistung. Jetzt kommt die Relegation.

Ganz anders war die Stimmung im Lager des SV GS Hohenholte nach dem 2:1-Sieg im Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt in der Fußball-Kreisliga A. Das wird den Statuten des Kreises nach fällig, wenn zwei Teams am Saisonende punktgleich sind und es bei ihnen noch um Auf- und Abstieg geht. Hohenholte ist der Relegation damit haarscharf entgangen und hat Selm in die Relegation geschickt. Sonntag, 3. Juni, auf der Sportanlage in Telgte hat die SG jetzt das wichtigste Spiel der Vereinsgeschichte seit der Fusion 2010. Es ist die aller-, aller-, allerletzte Chance auf den Klassenerhalt. Gegner ist dann der SC Hoetmar aus der Kreisliga A1 Münster, ein kleiner Verein zwischen Sendenhorst und Warendorf, über das man sich in Selm nun informieren muss. Trainer Deniz Sahin schüttelte mit dem Kopf, auf die Frage, ob er etwas über den nächsten Gegner weiß.

Zur Relegation hätte es niemals kommen müssen. Auch gegen Hohenholte hielt Selm wieder mit. Jannik Blecher hatte in der Nachspielzeit sogar noch die Ausgleichschance zum 2:2 auf dem Fuß. Immer wieder hatte die SG Phasen, in denen sie drückte. Etwa, als sie sich nach anfänglichem Klammergriff der Gelbschwarzen löste und nach einer halben Stunde erste, noch zu zaghafte Torschüsse abgab. SG-Keeper Nils Böckenbrink hielt zweimal gegen Patrick Wilhelmer stark – erst den Schuss, dann seinen Nachschuss.

Doch wie bitter fiel dann das 0:1: Paul Ulrich blockte einen Pass so ab, dass der Ball genau vor Wilhelmers Füße in der Mitte rollte. Ein paar Schritte, ein Schuss – und er hatte Böckenbrink im Selmer Tor auch überwunden (47.). Die Mitspieler bauten ihren Rechtsverteidiger wieder auf. Doch es war nicht Paul Ulrichs Tag. Zehn Minuten vor dem Abpfiff verlängerte er einen langen Ball über seinen Schlussmann – ein Eigentor, das Selms Niederlage besiegeln sollte. „Der Junge hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Er hat die Zweikämpfe gewonnen und Tempo gemacht. Das ist einfach unglücklich“, sagte Sahin nach Abpfiff. Er nahm in Schutz.

Selm aber hatte nie aufgegeben nach beiden Rückständen. Ulrich war mit nach vorne gelaufen, spielte den Pass auf Neumann, der legte den Ball in den Rückraum ab. Dort stand Patrick Botta. Tor! 1:1! Wieder Hoffnung bei den Selmern.

Eine Minute später hatte Neumann sogar das Führungstor auf dem Fuß. Zentimeter fehlten neben dem linken Pfosten. Moral, Leidenschaft und Wille konnte man den Selmern wirklich nicht vorwerfen, die sich diesmal auch die Kräfte richtig einteilten. „Wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht und waren teilweise die bessere Mannschaft. Leider werden wir im Moment das Pech nicht los“, sagte Sahin. Auch das hatte er schon mehrfachgesagt. Kurios wurde es auch noch einmal. Einen Fernschuss (70.) hämmerte ein Hohenholter an die Latte. Von da aus prallte er auf die Linie. Auf oder dahinter? Die Meinungen über das nicht gegebene Wembley-Tor gingen auseinander. Böckenbrink jedenfalls sah den Ball vor der Linie, die Hohenholter sahen ihn im Tor. Das Gespann ließ weiterspielen.

SG: Böckenbrink - P. Ulrich (90. Tarhan), Blecher, Dresken, May, David (85. Unger), P. Botta, Neumann, Mengelkamp, Konietzni, Tumbrink
Tore: 1:0 Wilhelmer (47.), 1:1 Botta (65.), 2:1 Ulrich (80., Eigentor)