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Im Dauereinsatz gegen die haarigen Raupen

Eichenprozessionsspinner-Raupen in Nordkirchen

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in der Region aus. Auch in Nordkirchen sind einige Nester entfernt worden. Das ist aber nicht immer nötig.

Nordkirchen

, 25.05.2018
Im Dauereinsatz gegen die haarigen Raupen

Das Schädlingsbekämpfungsunternehmen Sonnenburg aus Südkirchen war in den vergangenen Tagen mehrfach in der Gemeinde im Einsatz, um Nester von Eichenprozessionsspinnerraupen zu entfernen. © Sonneburg

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners machen sich zurzeit auch in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle breit. Auf Anfrage dieser Redaktion bestätigt Bauamtsleiter Josef Klaas, dass Mitarbeiter der Gemeinde in den vergangenen Tagen mehrmals wegen der haarigen Raupen im Einsatz waren. „Im Moment kommen sie zahlreich bei uns vor“, sagt der Bauamtsleiter. „Ein Auge haben wir allerdings jedes Jahr darauf“, fügt er hinzu.

„Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für Menschen dar“, warnt das Südkirchener Schädlingsbekämpfungsunternehmen Sonnenburg auf seiner Internetseite davor, sich den Nestern der Raupen zu nähern.

Wind verteilt Brennhaare

Auf Anfrage sagt Inhaber Patrick Sonnenfeld, dass die Brennhaare der Eichenprozessionsspinner-Raupen nicht nur in unmittelbarer Nähe der Tiere und ihrer Nester herumfliegen. Sie würden auch durch den Wind in der Gegend verteilt, „teilweise bis zu 100 Meter“, sagt Sonnenburg. Die Haare können bei Hautkontakt starke allergische Reaktionen auslösen. „Besonders gefährlich wird es, wenn sie eingeatmet werden“, erklärt der Schädlingsbekämpfer.

Grund zur Panik gebe es allerdings nicht, macht Josef Klaas deutlich. Wichtig sei, dass Spaziergänger die Tiere und die Nester erkennen und den Fundort der Gemeinde melden. Nicht in jedem Fall müssten die Tiere entfernt werden: „Solange niemand gefährdet ist“, könnten sie an den Bäumen bleiben, erklärt der Bauamtsleiter. Kein Risiko geht die Gemeinde an Plätzen ein, wo sich Mensch und Raupe ohne Zweifel zu nahe kommen könnten. So haben die Mitarbeiter von Patrick Sonnenburg im Auftrag der Gemeinde zuletzt Nester des Eichenprozessionsspinners unter anderem in Südkirchen am Böckenbusch, am Friedhof Capelle und in Nordkirchen am Spielplatz an der Straße Boländers Wiese entfernt.

Die haarigen Tierchen tummeln sich zurzeit vermehrt in der gesamten Region, weiß Patrick Sonnenburg. „Wir sind im Moment täglich unterwegs, nicht nur in Nordkirchen“, erklärt er. Mit einem speziellen Sauger entfernt der Schädlingsbekämpfer die Raupen und ihre Nester aus den befallenen Eichen. Anschließend wird die Stelle, an der das Nest war mit einem speziellen Leim besprüht, um übrig gebliebene Brennhaare der Tiere zu verkleben. Die Nester werden dann als Sondermüll verbrannt, erklärt der Experte.

Chemie als letztes Mittel

Diesen Umgang mit den Nestern, sofern sie dem Menschen zu nahe kommen, empfiehlt auch das Umweltbundesamt in einer Infobroschüre über den Eichenprozessionsspinner. „Erst wenn sich die oben genannten alternativen Maßnahmen nicht durchführen lassen, oder sich als nicht ausreichend erweisen, sollen biologische oder chemische Bekämpfungsmaßnahmen in Erwägung gezogen werden“, heißt es in dem Informationsheft weiter.

Noch keinen Befall meldet auf Anfrage die Fachhochschule für Finanzen im Schlosspark. Erich Sander, stellvertretender Verwaltungsleiter, setzt aber neben Kontrollen durch eigene Mitarbeiter genauso wie die Gemeinde auf Hinweise aus der Bevölkerung, sollten Nester der Raupe auftauchen.


Kontaktmöglichkeiten: Gemeinde Nordkirchen, Tel. (02596) 91 70; FHF, Tel. (02596) 93 30