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Mevlüde Genc: Politik darf Gedenken an Opfer nicht stören

Zum 25. Jahrestag des rassistischen Brandanschlags von Solingen mit fünf Toten hofft die türkischstämmige Familie auf persönliche Anteilnahme deutscher Staatsvertreter. „Wir sind Bürger dieses Landes. Es wäre ein gutes Zeichen, wenn eine Persönlichkeit, die den deutschen Staat vertritt, zu uns kommen würde und bei der Gedenkfeier unseren Schmerz teilt.“ Das sagte Mevlüde Genc (75) der Deutschen Presse-Agentur. Bei dem Mordanschlag am 29. Mai 1993 hatte sie zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte verloren. Mehrere Angehörige waren teils schwer verletzt worden.

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Solingen

, 09.05.2018
Mevlüde Genc: Politik darf Gedenken an Opfer nicht stören

Mevlüde Genc gibt ein Interview. Foto: Oliver Berg

Deutschland und die Türkei - beide Länder seien für sie Heimat, betonte Genc. „Es ist mir sehr wichtig, dass auch wieder der türkische Staat einen Repräsentanten schickt.“ Und: „Ich möchte meiner getöteten Kinder gedenken. Politisches will ich nicht dabei haben.“ Am 29. Mai wird auch der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bei der Gedenkfeier in Solingen reden. Da in der Türkei im Juni gewählt wird, gibt es Befürchtungen, der Regierungsvertreter könne seine Ansprache für Wahlkampfzwecke missbrauchen. Die NRW-Landesregierung plant ebenfalls eine Gedenkstunde mit Cavusoglu.

Schon kurz nach dem Anschlag hatte Mevlüde Genc zu Versöhnung und Freundschaft aufgerufen, was ihr Respekt, Anerkennung und das Bundesverdienstkreuz einbrachte. Vier junge rechtsradikale Männer, die 1995 wegen Mordes verurteilt wurden, sind nach abgesessener Strafe wieder frei. Der Anschlag gilt als eine der folgenschwersten rassistischen Taten in der Geschichte der Bundesrepublik.