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Gezielte Suche erst nach Schneeschmelze möglich

Tengelmann-Chef Haub bleibt verschollen

Die Suche nach dem wohl verunglückten Tengelmann-Chef in den Alpen kann sich noch lange hinziehen. Sollte er nicht zufällig gefunden werden, ist eine gezielte Aktion erst nach der Schneeschmelze denkbar. Die Familie nimmt an, dass Karl-Erivan Haub nicht mehr lebt.

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Zermatt/

, 15.04.2018
Gezielte Suche erst nach Schneeschmelze möglich

Blick aus der Gondel einer Seilbahn auf Zermatt. Die Bahn zum Trockenen Steg war wohl eine Etappe von Karl-Erivan Haub auf dem Weg zur Bergstation Klein Matterhorn. Die Suche nach dem vermissten Geschäftsführer der Unternehmengruppe Tengelmann blieb bislang ergebnislos. © dpa

Um den mit hoher Wahrscheinlichkeit verunglückten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub zu finden, setzen die Einsatzkräfte in den Schweizer Alpen jetzt auf einen Zufallsfund. „Wenn zum Beispiel ein Bergführer etwas entdecken würde, würde sofort wieder ausgerückt werden“, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Wallis. Derzeit seien jedoch alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Eine gezielte Suche könne man wohl sogar erst nach der Schneeschmelze aufnehmen. „Die Familie muss nun mit den Rettungskräften vor Ort schauen, wie diese Suche gestaltet wird“, sagte Polizeisprecher Mathias Volken.

Hoffnung aufgegeben

Haubs Familie hatte am Freitag mitgeteilt, sie habe die Hoffnung aufgegeben, den vermissten Milliardär noch lebend zu finden. Nach mehr als einer Woche „in den extremklimatischen Bedingungen eines Gletschergebietes“ bestehe keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr, hieß es in einer Tengelmann-Erklärung im Namen von Haubs Angehörigen.

Christian Haub, der zusammen mit seinem vermissten Bruder das Unternehmen führt, schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter: „Auch sechs Tage nach seinem Verschwinden gibt es keine belastbaren Hinweise darauf, was meinem Bruder zugestoßen ist oder wo er zu finden sein könnte.“

Gezielte Suche erst nach Schneeschmelze möglich

Der Vorstandsvorsitzende der Handelsgruppe Tengelmann, Karl-Erivan Haub. Die Familie hat die Hoffnung, ihn lebend zu finden, aufgegeben. © dpa

Keine weiteren Risiken mehr eingehen

Die sogenannte Überlebendensuche wurde inzwischen auf eine Bergungssuche umgestellt. Dabei gehen die Helfer unter anderem nicht mehr allzu hohe Risiken ein. „Wir waren in den vergangenen Tagen sicher oft am Limit unterwegs“, sagte Rettungschef Anjan Truffer. „Jetzt ist der Zeitdruck weg. Wenn das Wetter schlecht ist, riskiert man nichts. Dann wartet man, bis die Lage sich gebessert hat.“

Haub war allein zu einer Skitour am Klein Matterhorn aufgebrochen und anschließend nicht wie verabredet ins Hotel in Zermatt zurückgekehrt. Die Familie hatte betont, die Suche werde fortgesetzt, um den Manager unbedingt zu bergen. Das Unternehmen übernehme auch alle dafür anfallenden Kosten. Zum Tengelmann-Imperium gehören die Baumarktkette Obi und Deutschlands größter Textil-Discounter Kik.