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Waldwichtel sind bereit für Tablet und PC

Lensing Hilfswerk

Um die Kinder in Sachen neue Medien fit zu machen, setzt die Kita Waldwichtel in Südkirchen bald auf Laptop und Tablets mit kindgerechten Spielen. Das heißt aber nicht, dass analoge Spiele nicht mehr gefragt sind.

Südkirchen

, 10.07.2018
Waldwichtel sind bereit für Tablet und PC

Fabian Knoke von der Kita Waldwichtel nutzt den PC vor allen Dingen für organisatorische Arbeit, bald soll es aber auch einen Laptop und Tablets für die Kinder geben. Geschwinder © Sabine Geschwinder

Den PC benutzen, das ist in der Kita Waldwichtel in Südkirchen aktuell Erwachsenensache. Der Laptop wird von den Erziehern zur Vor- und Nachbereitung genutzt und auch zur Dokumentation.

Für die Kinder sind aber Medien dennoch allgegenwärtig. „Die Kinder wissen, was Amazon Prime ist und dass man damit Filme schauen kann und auch die Sprachassistentin Alexa kennen sie“, sagt Heilerziehungspfleger Fabian Knoke von der Kita Waldwichtel in Südkirchen. Er hört schließlich, wie sie sich untereinander darüber unterhalten.

Bei ihren Eltern oder älteren Geschwistern sehen die Kinder bereits, welche Medien es gibt und wie man sie benutzen kann. Das weckt auch die Neugier der Kinder und ihr Interesse daran, sich selbst mit Smartphone, Tablet und PC auszuprobieren.

„Mini Kim„-Studie

Wie allgegenwärtig Medien sind, zeigen auch die Ergebnisse der „Mini Kim“-Studie, eine Untersuchung des Medienverhaltens von zwei- bis fünfjährigen Kindern. Schon im Jahr 2014 kam die Studie zu dem Schluss, dass Kinder „keineswegs medienfern aufwachsen; Fernsehen und die Beschäftigung mit Büchern spielen bereits eine große Rolle.“ Weiter heißt es: „Medienerziehung sollte nicht erst mit dem Schuleintritt Beachtung finden, sondern eine Basis für den kompetenten Medienumgang sollte idealerweise schon in der frühen Kindheit geschaffen werden.“

Wichtiger Bestandteil

Und da kommt die Kindertagesstätte ins Spiel. Einen Laptop, etwa drei bis fünf Tablets und altersgerechte Spiele für die Kinder möchte die Kita Waldwichtel anschaffen, um die Kinder in Sachen Medienerziehung zu unterstützen. Dafür erhält die Kindertagesstätte 1000 Euro vom zu den Ruhr Nachrichten gehörenden Lensing Hilfswerk, das förderwürdige Projekte aus der Region unterstützt.

„Wir wollen versuchen, einen bewussten Umgang mit Medien zu vermitteln“, erklärt Knoke, „denn das Internet birgt ja auch Gefahren.“ Es mache keinen Sinn bis zur Einschulung zu warten, um den Kindern Medienkompetenz zu vermitteln.

Auch das Familienministerium in NRW zählt „Medien“ in seinen „Bildungsgrundsätzen für Kinder im Alter von 0 bis 10 Jahren“ als einen von insgesamt zehn Bereichen auf, in denen Kinder gefördert werden sollten. „Medienerlebnisse aufzugreifen und den Kindern hierfür Verarbeitungsmöglichkeiten anzubieten, ist in Anbetracht der Vielzahl von medialen Eindrücken eine wichtige pädagogische Aufgabe“, heißt es dort unter anderem.

Wichtige Ergänzung

Dass die Kinder mit Laptop und Tablet arbeiten soll aber nicht heißen, dass sie nur noch vor dem Bildschirm sitzen sollen: „Die Kinder sollen keinesfalls verlernen, wie man Brettspiele spielt.“ Es gehe nicht darum, dass eine auf Kosten des anderen anzuschaffen, sondern eher darum, sich zu ergänzen. Durch das Tablet könnten sich die Kinder auch kreativ austoben, zum Beispiel, in dem sie die Kamerafunktion des Geräts nutzten und fotografieren.

Einen genauen Zeitplan gibt es dafür noch nicht. Die Spende habe aber die Idee für das Projekt beschleunigt und dafür gesorgt, dass es schon in naher Zukunft umgesetzt werden kann. „Erstmal müssen wir uns einen Überblick verschaffen, wie der Stand bei den Kindern ist, dann können wir in die Arbeit einsteigen“, sagt Fabian Knoke. Denn auch, wenn die Kinder wissen, was Sprachcomputer, Smartphone und Streamingdienst ist, heißt das nicht, dass die Kinder auch zwangsläufig gleich viel Interesse an den neuen Medien haben. „Die Interessen sind sehr unterschiedlich“, sagt Fabian Knoke.

Das ist im Prinzip nicht anders, als in jedem anderen Bereich auch. Das eine Kind interessiert sich für Fußall, das andere hört gerne Geschichten.