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LWL untersucht mittelalterlichen Fund auf der Baustelle

Fundamente des alten Windmühlentors in Vreden gefunden

Bei den Bauarbeiten auf der Straße Windmühlentor in Vreden wurden die Fundamente eines alten Stadttores gefunden. Für Experten keine Überraschung, aber dennoch ein Fund mit großer Bedeutung.

Vreden

, 25.04.2018
LWL untersucht mittelalterlichen Fund auf der Baustelle

Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL dokumentieren den Fund. © Victoria Thünte

„Hab ich“, ruft Grabungstechnikerin Birgit Grundmann ihrem Kollegen Aaron Frank zu und schaut wieder durch das Messgerät. Der Bufdi bewegt sich mit seinem Teil des Messgerätes ein Stück weiter am Rand des gefundenen Fundamentes entlang. Die beiden Mitarbeiter des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) dokumentieren einen bedeutenden Fund auf der Baustelle auf der Straße Windmühlentor. Am Montag haben die Bauarbeiter dort die oberste Schicht des Fundamentes des alten Stadttores gefunden. Birgit Grundmann hat die Steine am Dienstag weiter freigelegt und gesäubert. Am Mittwoch hat der LWL mit der Dokumentation des Fundes begonnen.

„Das ist keine Überraschung, das ist eine geplante Maßnahme“, sagt Guido Leeck vom Vredener Heimatverein. Das alte Windmühlentor sei genau dort entdeckt worden, wo man es vermutet hatte. Trotzdem: „Wir erwarten uns von der Untersuchung große Erkenntnisse“, so Guido Leeck. Auch Birgit Grundmann sagt: „Wir haben ein Teil des Puzzles zur Stadtgeschichte gefunden.“

Windmühlentor wurde 1854 abgerissen

Eine Zeichnung aus dem Jahr 1806 zeigt, wie das Stadttor einmal ausgesehen hat. Eigentlich war es nicht nur ein Tor, sondern ein Turm. Das Bild zeigt mehrere Geschosse und einen Dachboden, darunter eine enge Durchfahrt. 1854 wurde das Windmühlentor wie auch das Wüllener Tor abgerissen, weil es zu eng und baufällig gewesen sei, so die Stadt Vreden in einer Pressemitteilung.

LWL untersucht mittelalterlichen Fund auf der Baustelle

Plan des Windmühlentores von 1806 © Stadt Vreden

Deswegen ist heute nur noch ein Fundament übrig. Das aber sei gut erhalten, sagt Birgit Grundmann. „Die obersten Backsteine lösen sich auf und es gibt Schadstellen durch moderne Eingriffe, aber insgesamt ist es in einem guten Zustand“, so die Grabungstechnikerin. Die Löcher in dem Fundament seien zum Beispiel durch das Pflanzen von Bäumen oder das Aufstellen von Laternen entstanden. Nach der Vermessung machen die LWL-Mitarbeiter Fotos. Am Ende soll das Ganze auch mit einer Drohne überflogen werden.

Es handelt sich um ein zweischaliges Fundament. Zwischen den zwei Teilen aus Backstein befindet sich Sandsteinbruch. Zu sehen ist bislang nur der östliche Teil des Fundaments. Zehn mal drei Meter groß ist die Grube. Den Rest vermuten die Experten unter der jetzigen Baustraße. Diese wird nun verlegt, damit die Bauarbeiten auf der Königstraße fortgesetzt werden können. Sobald das geschehen ist, wird der Rest des Fundamentes freigelegt.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Ausgrabungen am alten Windmühlentor in Vreden

25.04.2018
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Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden. Birgit Grundmann und Aaron Frank vom LWL untersuchen den Fund.© Victoria Thünte
Bei Bauarbeiten wurden Fundamente des alten Windmühlentors gefunden.© Victoria Thünte

Schon in den 80er-Jahren wurde ein Teil des Fundamentes bei Bauarbeiten aufgedeckt. Komplett freigelegt wurde es bis jetzt aber noch nicht.

Birgit Grundmann sagt deutlich: „Wir verzögern die Bauarbeiten nicht.“ Die Maßnahmen seien eingeplant. Die Stadt Vreden schreibt in einer Pressemitteilung jedoch: „Die geplante Bauzeit kann sich je nach den Ergebnissen der archäologischen Untersuchungen verlängern.“

Fest steht jedoch, dass der Fund nach der Dokumentation durch den LWL wieder verschüttet wird. Laut Birgit Grundmann wird das Fundament dadurch jedoch nicht zerstört:„Es verbleibt als Bodendenkmal in der Erde. Das ist durchaus üblich.“ Über den mittelalterlichen Fund werden also bald Autos fahren.

Der Heimatverein und der LWL fänden es jedoch schön, wenn man die Lage des Fundamentes im neuen Pflaster kennzeichnen könnte. Auf Nachfrage bei der Stadt Vreden heißt es dazu, dass das in der Planung nicht vorgesehen war, da man ja gar nicht wusste, was man finden würde. Das hieße aber nicht, dass die Stadt jetzt nicht darüber nachdenke.

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