Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Fahrgeräusche von Autos und LKW stören Idylle in der Blumensiedlung

Anwohner sind genervt von B70-Straßenlärm

Anwohner der B70 finden den dauerhaften Straßenlärm unerträglich. Der Weg zu einer neuen Lärmschutzwand ist aber steinig. Wir haben mit den den Anwohnern gesprochen.

Vreden

, 22.02.2018
Fahrgeräusche von Autos und LKW stören Idylle in der Blumensiedlung

Nur an einer Seite der B70 gibt es eine Lärmschutzmauer, und die ist niedriger als die meisten Lkw. © Markus Gehring

Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint. Es könnte so schön sein in der Blumensiedlung. Doch die Szene wird von einem Dauerrauschen gestört. Es kommt von der B70, die direkt an der Siedlung vorbeiführt. Hin und wieder hallt ein Knall vom Betriebsgelände der Firma Schmitz herüber, dann donnert ein Lkw über die B70. „Wenn wir auf der Terrasse sitzen, versteht man zu manchen Zeiten sein eigenes Wort nicht mehr“, sagt ein Anwohner. Deswegen hat er bei der Stadt den Antrag gestellt, dass die Lärmschutzmauer entlang der B70 verlängert und erhöht wird. Dafür hat er Unterschriften in der Nachbarschaft gesammelt. „Die Wand entspricht nicht mehr dem neuesten Standard. Die Lkw gucken ja sogar darüber her“, sagt der Anwohner, der seinen Namen nicht veröffentlichen möchte.

Die Stadt ist nicht zuständig

Das Problem: Die Stadt ist für den Lärmschutz an der Bundesstraße nicht zuständig. Den Antrag hat der Bauausschuss deswegen an den Landesbetrieb Straßen.NRW weitergeleitet. Bereits 2010 hat der Anwohner denselben Antrag gestellt. Messungen des Landesbetriebes haben damals ergeben, dass die Grenzwerte eingehalten werden. Zwei Dezibel fehlten für eine Überschreitung. „Wenn jetzt erneut ein Antrag gestellt wird, müssen wir die Situation erneut prüfen“, sagt Josef Brinkhaus, Pressesprecher bei Straßen.NRW. Den Lärmschutz verbessern muss der Landesbetrieb allerdings nur, wenn sich entweder die Grenzwerte oder die Lärmbelastung verändert haben.

Mehr Autos und Lkw

Der Anwohner ist sich sicher, dass sich die Situation verschlimmert hat. „Seitdem die Straße eine Bundesstraße ist, fließt dort viel mehr Verkehr. Und weil Navis vor allem über Bundesstraßen leiten, fahren dort auch mehr Lkw als früher.“ Der Verkehrslärm ist aber nicht sein einziges Problem. Auch der Lärm der Firma Schmitz kommt auf seinem Grundstück an. Rechtlich gesehen müssen die beiden Lärmquellen aber auseinandergehalten werden. Der Landesbetrieb Straßen.NRW muss die Lärmschutzmauer nur erneuern, wenn der Verkehrslärm die Grenzwerte überschreitet. Die Geräusche, die auf dem Firmengelände entstehen, werden einzeln betrachtet. Gemessen werden kann deswegen vor Ort nicht. Die Lärmbelastung wird am Computer berechnet. „Bei uns kommt der Lärm aber gesammelt an“, sagt der Anwohner. Er ist sich sicher: „Die Lärmschutzwand würde auch die Geräusche von Schmitz dämpfen.“

Hoffnung darauf, dass sich etwas tut

Auch in der Diskussion im Bauausschuss machten die Politiker auf diesen Punkt aufmerksam. Die Verwaltung soll deswegen den Antrag nicht nur an den Landesbetrieb weiterleiten, sondern auch die besondere Situation vor Ort schildern. Der Anwohner hofft, dass sich nun endlich etwas tut an der B70. „Natürlich hätte ich mir mehr erhofft, aber mehr kann ich jetzt nicht mehr tun.“

Lesen Sie jetzt