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Eine neue Vitrine für das Hungertuch ist das Ziel

Bürgerstiftung Vreden ruft zu Spenden auf

Das Vredener Hungertuch wurde 2013 eingelagert und seitdem nicht mehr ausgestellt. Das soll sich nun ändern. Dafür bedarf es der Unterstützung aus der Bevölkerung.

Vreden

, 23.02.2018
Eine neue Vitrine für das Hungertuch ist das Ziel

So soll die neue Vitrine für das Hungertuch in der Stiftskirche aussehen. © Visualisierung kelterbaum/entwurf bussenius

Im nächsten Jahr wird das Vredener Hungertuch 400 Jahre alt. Dann soll es auch endlich wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. So wünschen es sich zumindest die Pfarrei, der Heimatverein und die Bürgerstiftung. Deswegen läuft gerade eine Spendenaktion für eine neue Vitrine.

Eigentlich hatte das Hungertuch in der Stiftskirche einen festen Platz. 2013 allerdings wurde es für eine Ausstellung in den Niederlanden ausgeliehen. Danach kehrte das Tuch nicht wieder in die Stiftskirche zurück. Die Orgel aus der Marienkirche nahm seinen Platz ein. „Die alte Vitrine entsprach nicht mehr den Anforderungen für so ein hochwertiges Kunstwerk“, sagt Hermann Pennekamp, Vorsitzender der Bürgerstiftung Vreden.

Standort und Finanzierung wren fraglich

Die Vitrine wurde deswegen entsorgt, das Hungertuch sorgfältig eingelagert. Seitdem gab es immer wieder Versuche von verschiedenen Seiten, das Tuch wieder auszustellen. Doch es gab zwei grundlegende Probleme: Wo kann eine neue Vitrine aufgestellt werden und wie wird sie finanziert?

Im Heimatverein bildete sich eine Gruppe, die auf die Bürgerstiftung und die Gemeinde zuging. In dieser Gruppe war auch Hermann Pennekamp vertreten. Nach drei Ortsterminen in der Stiftskirche wurde schließlich ein neuer Platz für die Vitrine gefunden. Sie soll direkt am Eingang an der linken Wand stehen. Dort hängt zurzeit noch ein Epitaph aus Stein. „Dafür finden wir einen anderen Platz. Das ist machbar“, sagt Pfarrer Guido Wachtel.

Das größere Problem war die Finanzierung der neuen Vitrine. Laut Kostenvoranschlag kostet die Vitrine rund 90.000 Euro. „Es gibt keine Förderung vom Bistum, das muss die Pfarrei aus eigener Tasche bezahlen. Aber so viel Geld haben wir nicht mal eben in der Portokasse“, sagt Guido Wachtel. Die Kirche sei ja außerdem kein Museum. Das Geld werde deswegen lieber in Projekte für die Menschen der Pfarrei gesteckt.

Hungertuch ist „historisches Kulturgut“

Die Bürgerstiftung jedoch hält das Hungertuch für ein „historisches Kulturgut“, sagt Hermann Pennekamp. Deswegen wird sie 35 Prozent der Kosten übernehmen. „Dafür sammeln wir derzeit Spenden. Man hat natürlich nie die 100-prozentige Sicherheit, dass es reicht, aber unsere bisherigen Projekte haben immer Erfolg gehabt“, so Hermann Pennekamp. „Das Angebot war uns natürlich hoch willkommen“, sagt Guido Wachtel. Die restlichen 65 Prozent zahlt die Pfarrei aus eigener Tasche.

Die Vitrine ist so teuer, weil sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, damit das Hungertuch nicht beschädigt wird. „Die Vitrine hat eine Beleuchtung und ist an die Raumklimatisierung angeschlossen“, sagt Ingrid Bussenius, die die Vitrine bauen wird. Im Inneren befindet sich eine leicht geneigte Unterlage, um das Hungertuch ideal zu präsentieren.

Hermann Pennekamp hofft, dass das Hungertuch zu Ostern 2019 seinen Platz in der neuen Vitrine einnehmen kann – pünktlich zum 400. Geburtstag.

Mehr Informationen zu der Spendenaktion gibt es auf der Internetseite der Bürgerstiftung:
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