Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Vorstrafen verschwiegen: Job weg

Arbeitsgericht

Ein Kraftfahrer aus Recklinghausen ist gestern am Herner Arbeitsgericht von seiner kriminellen Vergangenheit eingeholt worden. Der Mann war Mitte April trotz einwandfreier Leistung bei seinem neuen Arbeitgeber in Ungnade gefallen. Der Grund: Er hatte seine Vorstrafen verschwiegen.

RECKLINGHAUSEN

13.05.2011
Vorstrafen verschwiegen: Job weg

In einem Kompromiss verständigten sich der Recklinghäuser und sein Arbeitgeber einvernehmlich auf einen Schlussstrich zum Monatsende. Der Kraftfahrer ist ab sofort freigestellt und bekommt noch etwas Gehalt – seine berufliche Zukunft beim Diakonischen Werk muss er allerdings endgültig begraben. Noch Anfang Februar schwebte der Kraftfahrer auf „Wolke Sieben“, als er nach langer Suche endlich wieder einen Arbeitsvertrag unterzeichnen konnte. Als die Personalabteilung des Diakonischen Werks einige Wochen später das Führungszeugnis des „Neuen“ in den Händen hielt, war es jedoch sofort wieder vorbei mit der Harmonie. Darin waren mehrere Vorstrafen – unter anderem Drogenhandel – aufgelistet. Besonders hellhörig machte ein 2005 parallel verhängtes Verbot der Beaufsichtigung von Jugendlichen. Mit Blick darauf, dass der Mann möglicherweise Berührungspunkte mit Jugendlichen der Behindertenwerkstätten haben könnte, reifte der Entschluss: Das können wir nicht riskieren. „Wir hielten das nicht für machbar“, sagte Diakonie-Anwalt Ulrich Schlemmer. Obendrein, so der Arbeitsrechtler, habe der Mann seine „letzte Chance“ vergeben, als er seine Vorstrafen später in einem persönlichen Gespräch angeblich auch noch bagatellisiert habe. Schweren Herzens und getrieben von rechtlichen Vorgaben nickten der Recklinghäuser und sein Anwalt Olaf Krekeler das bittere Aus zum 31. Mai ab. Krekeler: „Eine Resozialisierung ist hier leider gescheitert.“

Schlagworte: