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Viele Städte in NRW von Warnstreiks betroffen

Verdi-Streik geht am Mittwoch weiter

Keine Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen: In vielen Städten des Ruhrgebiets mussten Arbeitnehmer wegen des Streiks im Öffentlichen Dienst Umwege oder Staus in Kauf nehmen, um ins Büro oder den Betrieb zu kommen. Die A40 war regelrecht dicht. Am Mittwoch sind wieder viele Städte in der Region betroffen. 

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NRW

, 20.03.2018
Viele Städte in NRW von Warnstreiks betroffen

Im öffentlichen Dienst wurde am Dienstag vielerorts in NRW gestreikt - so wie hier in Dortmund. Am Mittwoch sind vor allem Städte am Rhein betroffen.  © dpa

Mit einer Warnstreikwelle bei kommunalen Verkehrsbetrieben hat Verdi den öffentlichen Nahverkehr in vielen Städten des Ruhrgebiets am Dienstag lahmgelegt. In Essen, Dortmund, Bochum und Duisburg fuhren am Dienstagmorgen weder städtische Busse noch Straßen- oder U-Bahnen.

Die Streiks werden am Mittwoch in anderen Städten fortgesetzt. So werden der Nahverkehr in Hagen, Ennepetal, Lünen, Unna, im Hochsauerland und in Oberhausen bestreikt. Am Rhein sind Köln, Bonn und Düsseldorf betroffen. Hinzu kämen in einigen Städten die Kitas, die Müllabfuhr und die Sparkassen.

Viele Staus nach Streikbeginn am Dienstag

Viele Arbeitnehmer wichen am Dienstag bei Winterwetter mit Neuschnee auf das Auto aus. Auf der Autobahn 40, dem Ruhrschnellweg, reihte sich ein Stau an den anderen.

„Die A40 ist über weite Strecken komplett zu“, sagte ein Sprecher der Landesleitstelle der Polizei. Zum hohen Verkehrsaufkommen komme das Winterwetter noch hinzu. In ganz Nordrhein-Westfalen summierte sich die Länge der verzeichneten Staus am Dienstagmorgen auf rund 300 Kilometer. „Das ist wie an einem Montag“, sagte der Polizeisprecher. Nach einer Übersicht des WDR mussten sich Autofahrer an mehreren Stellen auf der A40 in Geduld üben. Der Zeitverlust wurde jeweils auf 30 bis 45 Minuten geschätzt.

 

Andere Arbeitnehmer versuchten, mit S-Bahnen oder dem Fahrrad ins Büro oder in den Betrieb zu kommen. Dabei war auf schneebedeckten Wegen Vorsicht angesagt. In Essen war der Winterdienst am Dienstagmorgen laut Verdi durch den Warnstreik eingeschränkt. In Duisburg sei der Winterdienst dagegen wie üblich unterwegs, hieß es bei der Gewerkschaft. „Es kommt vereinzelt vor, dass Menschen den Notruf anrufen, um zu fragen, wann der Bus fährt. Bislang verläuft es aber sehr ruhig, die Leute bereiten sich gut vor und bilden Fahrgemeinschaften“, sagte ein Sprecher der Duisburger Polizei.

Verständnis und Kritik von Pendlern

Auch am Essener Hauptbahnhof hatten sich viele Pendler auf den Warnstreik eingestellt. Sie hatten Fahrgemeinschaften zu ihrem Arbeitsplatz oder in die Schule organisiert. Andere gingen kürzere Strecken zu Fuß oder stiegen in den frühen Morgenstunden auf Taxis und Schnellbusse um, die nicht bestreikt wurden.

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Etliche Betroffene zeigten Verständnis für den Streik. „Das passiert eigentlich zu wenig“, sagte ein 25-Jähriger vor dem Bahnhof. „Wir sollten öfter mal streiken und den Arbeitgebern zeigen, dass wir auch nur Menschen sind, die mehr Geld brauchen.“ In Deutschland werde um Streiks immer so ein Aufsehen gemacht, erklärte ein 52-Jähriger. In Frankreich oder Italien lief das viel entspannter ab. Eine 49-Jährige hingegen kritisierte die Aktion: „Das ist nicht der richtige Weg - es trifft die Falschen.“

20.000 Beschäftigte zur Arbeitsniederlegung aufgerufen

Verdi hat in Nordrhein-Westfalen für den Dienstag mehr als 20.000 Beschäftige der Kommunen und des Bundes zum Warnstreik aufgerufen. Schwerpunkt der Aktionen bilden kommunale Verkehrsbetriebe im Ruhrgebiet. Aber auch kommunale Kitas bleiben geschlossen. So sollen in Duisburg rund 80 Prozent der städtischen Kitas nicht öffnen, eine Notbetreuung sei aber eingerichtet. Viele Eltern von Schulkindern mussten schauen, wie ihre Sprösslinge ohne Busse und Bahnen in die Schule kommen. Das NRW-Schulministerium verwies am Montag darauf, dass der Streik angekündigt sei und trotzdem Schulpflicht bestehe.

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Auch die Müllabfuhr oder Bürgerämter werden in die Warnstreiks einbezogen. „Wir rechnen mit einer hohen Beteiligung“, sagte Verdi-Streikleiter Henrike Eickholt aus Essen. Verdi fordert im Tarifstreit sechs Prozent mehr Geld für die 2,3 Millionen Beschäftigten, mindestens 200 Euro mehr pro Monat. Am Mittwoch werden unter anderem die kommunalen Verkehrsbetriebe in Köln und Düsseldorf bestreikt.

dpa