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Vettels Chefansage - Hamilton erwartet starkes Red Bull

Monte Carlo. Sebastian Vettel will dem Mythos Monaco ein persönliches Erfolgskapitel hinzufügen. Der Ferrari-Star möchte auf dem engen Stadtkurs gegen WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton zurückschlagen. Der britische Glamour-Fahrer wittert eine ganz andere Gefahr.

Vettels Chefansage - Hamilton erwartet starkes Red Bull

Sebastian Vettel hat 17 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton. Foto: Andy Wong

Auf der Jagd durch die Häuserschluchten von Monte Carlo will Sebastian Vettel im Formel-1-Duell mit Lewis Hamilton endlich wieder zurückschlagen. Die Steuerhöchstleistung im Fürstentum Monaco soll dem Ferrari-Star die WM-Wende bescheren.

Nach zwei Siegen nacheinander seines Mercedes-Rivalen Hamilton und vor allem der Machtdemonstration des Briten in Spanien holte Vettel sogar zu einer unmissverständlichen Chefansage aus.

„Ich habe viele Male gesagt, dass dieses Team stark ist und viel Potenzial hat. Wir müssen aber auch sicherstellen, dass wir die Probleme ansprechen, die wir haben und dass wir zusammen in die richtige Richtung zusammenarbeiten“, mahnte Vettel vor dem sechsten Saisonrennen am Sonntag (15.10 Uhr), das am Donnerstag schon mit den ersten Trainingsrunden beginnt.

In Spanien hatte der viermalige Weltmeister seiner stolzen Scuderia eine lange Mängelliste vorgehalten. Erstens: Tempodefizite. Zweitens: Reifenprobleme. Drittens: mangelnde Zuverlässigkeit. „Für Monaco werden wieder viele Dinge am Auto geändert. Aber selbst wenn wir dort großartig unterwegs sein sollten, dürfen wir nicht vergessen, dass wir noch einiges zu tun haben“, betonte Vettel, der in Barcelona nur auf den vierten Platz gefahren war.

Nach zwei Startsiegen in diesem Jahr steckt Ferrari im Tief. Das Projekt Weltmeistertitel hat schon erste Schrammen abbekommen. Vor allem die überzeugende Leistung der Silberpfeile in Katalonien schreckt die Italiener auf. Als „nicht alarmierend“ stufte Vettel dennoch den Grand Prix von Spanien ein. „Bis jetzt war es eine Überraschung, dass sie sich so schwer getan haben.“

Mercedes ist dennoch mit Skepsis zum Juwel des Rennkalenders aufgebrochen. Hamilton und sein Teamkollege Valtteri Bottas seien zuletzt mit der Balance sowie dem Fahrverhalten zufrieden gewesen, räumte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ein. „Dennoch sehen wir es nicht als einen Wendepunkt an.“ In der WM-Wertung liegt Hamilton dennoch mittlerweile 17 Punkte vor Verfolger Vettel.

Der Heppenheimer konnte wie sein britischer Dauerrivale zweimal auf dem mit 3,337 Kilometer kürzesten Kurs des Jahres gewinnen. Zuletzt in der vergangenen Saison. Da bescherte Vettel der Scuderia mit einer cleveren Strategie den ersten Sieg beim Klassiker seit Michael Schumachers Triumph 16 Jahre zuvor.

Nach einer verpatzten Qualifikation konnte sich Hamilton 2017 von Startplatz 13 immerhin noch auf Rang sieben retten. „Red Bull ist in langsamen Kurven stark und wenn die Höchstgeschwindigkeit auf der Geraden weniger entscheidend ist. Ferrari hat unterdessen im vergangenen Jahr dort dominiert“, wies Wolff der Konkurrenz die Favoritenrolle im Mythos Monaco zu. „Sie werden richtig schnell und schwer zu schlagen sein“, meinte Hamilton mit Blick auf Red Bull.

Daniel Ricciardo und Max Verstappen werden das gerne hören. Zumal Red Bull seinen 250. Grand Prix mit Champagner begießen möchte. Doch um auf dem hochanspruchsvollen Stadtkurs mit seinen langsamen Kurven, vielen Bremszonen und kurzen Geraden gewinnen zu können, ist ein Platz weit vorne in der Startaufstellung unabdingbar.

Denn Überholen ist nirgends so schwer wie auf der Strecke an der Mittelmeerküste. Fehler werden sofort bestraft. Wer zu spät bremst, landet vielleicht noch im Notausgang. Wer aber Pech hat, kracht gleich in die Streckenbegrenzung.

Ricciardo und Verstappen schafften es in diesem Jahr noch keinmal unter die ersten Drei in der Startaufstellung. Der letzte Triumph eines Fahrers, der außerhalb des Top-Trios ins Rennen gegangen war, datiert von 1996. Damals raste Olivier Panis im Ligier sensationell von Position 14 ganz oben auf das Podest. Verrückt ist in Monaco manchmal eben nicht nur die Jetset-Kulisse.

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