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VDA-Chef sieht Zukunft für Diesel

Dresden. Mobilität der Zukunft ist vielfältig. Für die Industrie gehören neben E-Autos und dem autonomen Fahren die konventionellen Antriebe weiter dazu - auch der Diesel.

VDA-Chef sieht Zukunft für Diesel

Warnt vor einer Politik gegen den Diesel: VDA-Präsident Bernhard Mattes. Foto: Bernd von Jutrczenka

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt vor einer Politik gegen den Diesel. „Jeder, der etwas vom Thema versteht, weiß: der moderne Diesel ist Teil der Lösung und nicht des Problems“, sagte dessen neuer Präsident Bernhard Mattes bei der ADAC Hauptversammlung in Dresden.

Der Diesel-Antrieb helfe bei der Erreichung der Klimaschutzziele. „Die CO2-Emissionen liegen um bis zu 15 Prozent unter denen eines vergleichbaren Benziners, daher führt ein sinkender Diesel-Ausstoß zu höherem CO2-Ausstoß“, erklärte er. „Würden alle neu zugelassenen Diesel-Pkw in Deutschland durch Benziner im gleichen Segment ersetzt, läge der Flottenausstoß um etwa fünf Prozent höher.“

Vor diesem Hintergrund mahnte Mattes zur Versachlichung der Debatte und kritisierte die pauschale Verurteilung der Branche im Zuge des Abgasskandals. „Sie ist nicht gerechtfertigt, die Fakten fordern Differenzierung, nicht zuletzt im Interesse der mehr als 800 000 Beschäftigten bei Herstellern und Zulieferern, die jeden Tag gute und ehrliche Arbeit leisten“, forderte Mattes. „Wir bedauern, dass solche gravierenden Fehler gemacht wurden.“

Das durch die Manipulation bei Diesel-Fahrzeugen verlorene Vertrauen in „diese moderne Spitzentechnologie“ solle zurück gewonnen werden. Laut Mattes stehen die deutschen Hersteller zu ihren Zusagen vom Dieselgipfel 2017. Aber auch Auto-Importeure müssten ihren Beitrag leisten, verlangte er. Sonst bleibe ein Drittel des Diesel-Markts in Deutschland bei der Finanzierung von Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Städten außen vor.

Forderungen nach Hardware-Nachrüstung von Dieselfahrzeugen erteilte Mattes abermals eine Absage. „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass dies der falsche Weg wäre.“ Die Umsetzung würde zu lange dauern, die Luftqualität kurzfristig nicht verbessern und sei mit mehr Verbrauch und CO2-Emissionen verbunden. Angesichts der Tatsache, dass künftig konventionelle Motoren klimaneutral mit E-Fuels aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, „gibt es keinen Anlass für einen Abgesang auf den Verbrennungsmotor insgesamt“.

In Sachen Elektromobilität sieht Mattes die deutsche Autobranche sehr gut aufgestellt. Bis 2020 werde die Palette der E-Auto-Modelle auf rund 100 verdreifacht, die Hersteller planten Investitionen von 40 Milliarden Euro in diesem Bereich. „Eine Herausforderung ist und bleibt aber die Ladeinfrastruktur.“ Bundesweit gebe es rund 11 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 560 zur Schnellladung. Er forderte die Bundesregierung auf, ihr Ziel, bis 2020 mindestens 100 000 Ladepunkte zusätzlich verfügbar zu machen, rasch anzugehen.

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