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Ungewöhnlich frühe Krabbensaison sorgt für niedrige Preise

Wärmeres Wasser, wenige Wittlinge - gute Vorzeichen für die Krabbensaison. Die hat dieses Jahr ungewöhnlich früh begonnen. Die vollen Netze sorgen für niedrigere Preise. Wie sich die Saison entwickelt, ist aber unklar.

Cuxhaven

10.07.2018

Nordsee-Urlaub ohne Krabbenbrötchen? Für viele unvorstellbar. Es gibt gute Nachrichten: die Preise dürften fallen.

Die Hauptfangsaison begann in diesem Jahr deutlich früher als üblich, wie der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer, Philipp Oberdörffer, sagte.

Normalerweise sorgt eine neue Krabben-Generation erst ab Spätsommer für volle Netze. In diesem Jahr sei der Bestand vor der niederländischen Küste bereits im Juni gestiegen.

Dadurch sanken die Erzeugerpreise von zuletzt rund 8 Euro für ein Kilo Krabben auf rund 3,50 Euro. Die niedrigeren Preise kommen bei den Verbrauchern üblicherweise aber erst zeitlich versetzt an. Bei der Butjadinger Fischereigenossenschaft in Fedderwardersiel kostet ein Brötchen mit 100 Gramm Krabbenfleisch derzeit 6 Euro, vor zwei Wochen waren es noch 50 Cent mehr, wie eine Mitarbeiterin sagte.

Die Nordseegarnele schwankt in ihrem Bestand sehr stark. In den vergangenen zwei Jahren lagen die Fangmengen nach Angaben von Oberdörffer insgesamt 40 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Schuld daran war vor allem der Wittling, der viele junge Garnelen gefressen hatte. Das hatte zum Teil zu sehr hohen Preisen für die Verbraucher geführt: Ein Krabbenbrötchen kostete an den Hamburger Landungsbrücken im vergangenen Jahr bis zu 11,50 Euro.

Die Krabbenkutter gehen im Wattenmeer und in den Küstengewässern auf Fang. Pro Jahr unternimmt ein Kutter 50 bis 150 Fangfahrten. Bei der Tidenfischerei, also um die Inseln herum, sind die Kutter 12 bis 14 Stunden unterwegs, auf See bis zu 72 Stunden. Krabben sind kleine Krebse und können laut Experten bis zu 4 Jahre alt und maximal 105 Millimeter groß werden. Nach 9 Monaten sind sie rund 45 Millimeter groß, können sich fortpflanzen und werden befischt.

Als eine Ursache für die verfrühte Hauptfangzeit vermutete Oberdörffer eine erhöhte Wassertemperatur der Nordsee. „Außerdem gibt es im Moment wenige Wittlinge“, sagte er. Nach dem Fangstart in den Niederlanden beginne nun die Saison weiter nördlich, zunächst vor der niedersächsischen Küste, anschließend vor Schleswig-Holstein und Dänemark. Dort würden die Fischer allerdings jetzt schon unter den gesunkenen Preisen leiden, die von den hohen Fangmengen vor den Niederlanden bestimmt werden.

Wie sich die Krabbenfischerei bis zum Ende des Jahres entwickeln werde, könne niemand vorhersagen, betonte Oberdörffer: „Nach 15 Jahren im Krabbengeschäft weiß ich: Machen Sie eine Prognose - und es kommt anders. Selbst Fischer, die 40 Jahre dabei sind, sind regelmäßig überrascht, wie sich eine Saison entwickelt.“

Die größten Fangnationen sind der Reihenfolge nach die Niederlande, Deutschland und Dänemark. Auf diese drei Länder entfallen rund 90 Prozent der europäischen Fangmenge. Die lag in guten Jahren meist konstant zwischen 32.000 und 35.000 Tonnen. Etwa 40 Prozent davon landeten in deutschen Netzen, 44 Prozent in niederländischen und zehn Prozent in dänischen. Gepult wird aber meistens wegen der Lohnkosten ganz woanders: in Marokko oder in Polen.

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