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Trump liefert neue Version über Zahlung an Pornostar

Washington. Die Affäre um die Pornodarstellerin Stormy Daniels lässt Donald Trump nicht los. Nun dreht er gemeinsam mit seinem Anwalt Rudy Giuliani die Geschichte. Seine Kritiker müssen das nicht glauben, sondern das Gegenteil beweisen.

Trump liefert neue Version über Zahlung an Pornostar

Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Foto: Evan Vucci/AP

US-Präsident Donald Trump hat seinen Anwalt Michael Cohen nach Darstellung seines neuen Rechtsberaters Rudy Giuliani entschädigt, nachdem Cohen 130.000 US-Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels gezahlt hatte.

Das Geld sei über eine Anwaltskanzlei geflossen „und der Präsident hat es zurückgezahlt“, sagte Giuliani in einem Interview des Senders Fox News.

Trump selbst und seine Sprecherin Sarah Sanders hatten zuvor erklärt, Trump habe von der Zahlung nichts gewusst. Der Präsident selbst lieferte am Donnerstag eine neue Erklärung: Bei der Rückzahlung an Cohen habe es sich um eine monatliche Abschlagszahlung für den Anwalt gehandelt. Mit diesem Geld sei er in das Stillhalteabkommen mit der Pornodarstellerin eingetreten. Dies sei ohne Wissen und Beteiligung der Wahlkampforganisation Trumps geschehen. „Geld aus dem Wahlkampf oder Wahlspenden haben dabei keine Rolle gespielt“, schrieb Trump.

Mit dieser Schilderung - sollte er sie glaubhaft untermauern können - schlägt Trump zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits wehrt er Vorwürfe ab, bei der Zahlung Cohens handelt es sich um eine illegale Wahlkampfunterstützung. Im Raum steht der Vorwurf, die Zahlung habe kurz vor der Präsidentenwahl eine Rufschädigung des Kandidaten verhindern sollen und damit den Wahlkampf beeinflusst. Andererseits ist seine frühere Behauptung nicht einwandfrei zu widerlegen, dass er von dem Schweigegeld nichts gewusst habe.

Vorsichtshalber wies Trump noch einmal darauf hin, dass Schweigegeld-Vereinbarungen unter Prominenten und Reichen sehr üblich seien. Die Vereinbarung mit Stormy Daniels sei voll in Kraft und Verstöße gegen ihre Einhaltung würden rechtlich verfolgt, schrieb der Präsident. Daniels hatte die Vereinbarung bewusst gebrochen und über eine sexuelle Affäre mit Trump in Interviews berichtet.

Giuliani, Ex-Bürgermeister von New York und einer der glühendsten Unterstützer Trumps im Wahlkampf, erklärte in dem Fernsehinterview, Trump habe seines Wissens keine Kenntnis über die Einzelheiten gehabt. „Aber er wusste von der allgemeinen Vereinbarung, dass Michael sich um die Dinge kümmern würde, so wie ich mich um solche Dinge für meine Klienten kümmere. Ich belaste sie nicht mit allem, was kommt. Das sind vielbeschäftigte Leute.“ Giuliani gehört seit kurzem zu Trumps Juristenteam.

Daniels, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt, hatte 2006 nach eigener Aussage Sex mit Donald Trump - kurz nachdem dessen Frau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Trump bestreitet das weiterhin.

Sein Anwalt Cohen hat zugegeben, Clifford kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 aus eigener Tasche 130.000 Dollar gezahlt zu haben. Er erklärte, die Trump Organisation und Trumps Wahlkampflager seien weder direkt noch indirekt an der Zahlung beteiligt gewesen und hätten ihn auch nicht dafür entschädigt. Nach Cliffords Darstellung handelte es sich um Schweigegeld.

Trump hatte Anfang April gesagt, nichts von der Zahlung gewusst zu haben. Als er von Journalisten an Bord der Air Force One gefragt wurde, ob er über die Zahlung informiert gewesen sei, sagte Trump: „Nein“. Und er wisse auch nicht, woher das Geld gestammt habe. Als er damals gefragt wurde, warum sein Anwalt das Geld gezahlt habe, sagte Trump: „Das müssen Sie Michael Cohen fragen.“

Das Thema ist für Trump heikel. Am 9. April durchsuchte das FBI das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer Cohens. Dabei beschlagnahmten die Ermittler E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittener Zahlung.

Stormy Daniels' Anwalt Michael Avenatti sagte dem Sender MSNBC, Giulianis Äußerungen machten ihn sprachlos. Das amerikanische Volk sei über Monate über die Vereinbarung belogen worden und habe es verdient, nun die Wahrheit zu erfahren.

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