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Trinken ohne Rausch und Reue - Alkoholfreie Weine

Hamburg (dpa/tmn) - Jung, weiblich und bei passender Gelegenheit einem guten Tropfen nicht abgeneigt, so beschreibt die Branche die Konsumenten alkoholfreier Weine und Sekte.

Die drei großen deutschen Hersteller produzierten im vergangenen Jahr zusammen um die zwölf Millionen Flaschen «leichten» Sekt und erzielten Zuwachsraten bis zu 35 Prozent. Neben Bier und «Virgin-Cocktails» gibt es inzwischen für Apfelwein und Aperitifs ebenfalls Alternativen «ohne».

«Das steigende Gesundheitsbewusstsein» nennt Jürgen Petershans vom Entalkoholisierungszentrum Baden-Württemberg (EAZ) als wesentlichen Grund für den sprudelnden Absatz seiner Erzeugnisse. Der in Waiblingen beheimatete Betrieb entzieht den Alkohol in einem aufwendigen Destillationsprozess. Die Auftraggeber sind überwiegend Winzer, die das Endprodukt anschließend unter ihrem eigenen Etikett vermarkten. Einen Teil verkauft das EAZ selbst.

Die Weine kommen ohne Alkohol aus und «nur noch mit etwa einem Drittel des ursprünglichen Kaloriengehalts» in die Flasche - für Petershans ein zusätzliches Verkaufsargument. Der Begriff «alkoholfrei» stimmt nicht ganz: Laut Gesetz dürfen Getränke die Bezeichnung tragen, sobald sie höchstens 0,5 Volumenprozent haben. Die Vorstellung, mit alkoholfreien Getränken immer einen klaren Kopf zu bewahren, kann also täuschen. Und für trockene Alkoholiker und Kinder sind solche Getränke ungeeignet.

Den Sprung in die Gastronomie haben alkoholfreie Weine bisher nicht geschafft. Geringe Nachfrage und Qualitätsprobleme seien die Ursache, so der Sommelier-Weltmeister von 1998, Markus Del Monego: «Der Alkohol hat die Funktion eines Aromenkatalysators und prägt den Duft und den Geschmack. Fällt der Alkohol weg, sind die Aromen verhaltener und auch das Mundgefühl beim Trinken verändert sich.»

Alkoholfreie Aperitifs haben ihre Wurzeln oft in Italien. Der kräftig rote «Camperosso» ähnelt dem Vorbild geschmacklich. Der Drink besteht zu einem großen Teil aus Fruchtsaft. Um den typischen bitteren Geschmack zu erzeugen, greift die Herstellerfirma Haindl aus Offenbach auf Aromen zurück statt auf Chinin. Süßstoff ersetzt Zucker. Der Aperitif kann pur getrunken oder mit Sekt aufgegossen werden.

Alkoholfreier Sekt wird getrunken bei formellen Anlässen, wenn jemand nüchtern bleiben will oder noch Autofahren muss, heißt es beim Marktführer Schloss Wachenheim. Das Böchinger Unternehmen vermarktet seinen Schaumwein unter dem Namen «Light live» als Genussmittel und weniger unter dem Gesundheitsaspekt.

Bei Sommelier Del Monego schneidet der Schaumwein geschmacklich gut ab. Dabei spielt die Kohlensäure eine Rolle. Sie übernimmt anstelle des Alkohols «bis zu einem gewissen Grad den Effekt des Katalysators», erläutert der Essener. So bleiben Aromen besser erhalten.

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