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Thalasso setzt auf die Kräfte der Natur

Düsseldorf/Rethwisch (dpa/tmn) - Das Wasser sprudelt um die Füße, die Sonne wärmt, und der Wind weht durch die Haare. Jedes Jahr nutzen viele einen Urlaub am Meer, um zu entspannen.

Auf die Effekte der See setzt auch die Thalasso-Therapie - übersetzt: Heilbehandlung durch das Meer. Was im antiken Griechenland vom Arzt Hippokrates angewandt wurde, ist heute bei vielen Patienten beliebt.

«Thalasso nutzt die Kraft des Meeres mit seinem Potenzial an Spurenelementen, Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffen, die im Wasser, den Algen und dem Schlamm enthalten sind», erklärt Katrin Hofrichter vom Verband Deutscher Thalasso-Zentren in Rethwisch an der Ostsee. Laut Lutz Hertel vom Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf kann Thalasso bei vielen Beschwerden eingesetzt werden: bei Stress, rheumatischen Erkrankungen, Sportverletzungen oder Hautproblemen.

«Die klassische Thalasso-Therapie dauert sechs Tage», erläutert Hofrichter. «Während dieser Zeit erhält jeder Patient täglich drei Einzelanwendungen und eine Gruppenanwendung.» Meerwasserbäder, Algen- und Schlickpackungen sowie Druckstrahlmassagen gehören meist ebenso dazu wie Wassergymnastik und «Vichy-Duschen». Bei diesen wird der Körper von einem warmen, feinen Meerwasserregen berieselt. Und auch Strandwanderungen sind Teil der Behandlung.

Doch in Deutschland gibt es nur wenige Zentren, in denen komplette Thalasso-Kuren angeboten werden. Bei einzelnen Anwendungen entfaltet sich nach Ansicht von Experten aber nicht die volle Wirkung. Der Europäische Heilbäderverband hat deshalb Kriterien festgelegt. So müssen die Zentren und Hotels in unmittelbarer Küstennähe liegen.

Küstennähe ist wichtig, weil die Luft an der See deutlich sauberer ist als in der Stadt, erklärt Prof. Carsten Stick vom Institut für Medizinische Klimatologie der Uni Kiel. Außerdem kommt es auf das Brandungsaerosol an - «die mit salzigem Meerwasser angereicherte Luft». Dieser so genannte luftchemische Komplex hilft zum Beispiel Menschen mit Neurodermitis oder chronischen Atemwegserkrankungen.

Der «thermisch-hygrische Komplex» bedeutet, dass die Luft an der See weniger schwül und geringeren Temperaturschwankungen unterworfen ist als im Binnenland. Das nützt Herz-Kreislauf-Patienten. «Hinzu kommt der aktinische Komplex - die UV-Strahlung - die am Meer besser als in Städten zur Wirkung kommt und chronischen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte entgegenwirken kann», sagt Carsten Stick.

Doch ganz problemlos ist Thalasso nicht. «Schwangeren und Menschen mit hohem Blutdruck können die teilweise sehr warmen Packungen und Wasserkuren Schwierigkeiten bereiten», sagt Hertel. Wer zudem an Jodunverträglichkeit, offenen Wunden oder unter starken Depressionen leidet, sollte vor einer Kur mit einem Arzt sprechen.

Trotzdem entscheiden sich jedes Jahr Tausende für eine komplette Thalasso-Kur. Sie kommen laut Stick in den Genuss weiterer positiver Faktoren: «Das Meer animiert die meisten Menschen, sich zu bewegen» - auch wenn sie sonst Bewegungsmuffel sind. «Außerdem hebt das Licht aus psychologischer Sicht die Stimmung.»

Deutscher Wellness Verband: www.wellnessverband.de

Verband Deutscher Thalasso-Zentren e.V.: www.thalasso-verband.de

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