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Auch die Mühle Menke öffnet ihre Tür

Tag der Mühle im Westmünsterland

Wind und Wasser als Antriebskraft genutzt haben viele Mühlen im Westmünsterland. Am Pfingstmontag ist alte Technik zu bestaunen.

SÜDLOHN/KREIS

11.05.2018
Auch die Mühle Menke öffnet ihre Tür

Ein Blick ins Innere der Menke Mühle © Bernhard Frische

Von Bernhard Fritsche

Ein Wahrzeichen für Südlohn ist die Windmühle Menke. Wie an jedem Mühlentag, der immer am Pfingstmontag gefeiert wird, werden auch wieder Maria Menke und Dieter Gehling Gäste durch die Windmühle in Südlohn führen und die historische Technik in der mehrfach ausgezeichneten Mühle erläutern und demonstrieren. Die Windmühle Menke gehört zu einem der bedeutendsten technischen Kulturdenkmale im Westmünsterland. Ihr Erhaltungszustand ist einmalig, auch schon deshalb ist die Mühle mehrfach ausgezeichnet worden. Das Mühlenensemble an der Windmühlenstraße 4 besteht aus der Windmühle, der Dampfmühle, Sägemühle und dem Müllerhaus. Daneben sind auch noch viele andere Maschinen, wie zum Beispiel eine uralte Dreschmaschine, zu besichtigen.

750 Quadratmeter

Die bebaute Grundfläche der Mühlenanlage beträgt rund 750 Quadratmeter. Am Mühlentag wird der Antrieb eines Mahlganges oder Walzenstuhles durch die Windkraft bis hin zu dem Antrieb durch die sorgfältig gepflegten Herforder Dieselmotoren oder eine Dampfmaschine präsentiert. Unter anderem wurde vor Jahren das Kesselhaus restauriert und auch eine Dampfmaschine gehört wieder zum Inventar in der Mühle. Dieter Gehling hat speziell nach einer Maschine gesucht, die vom Alter und Aussehen zu der Maschine passt, die früher in der Mühle gestanden hat. Ein Förderverein hilft tatkräftig bei der Umsetzung der Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen.

Weitere Wasser- und Windmühlen sind geöffnet:

Die Haarmühle in Ahaus-Alstätte, eine Wassermühle von 1619, gehört zu den schönsten erhaltenen Wassermühlen des Münsterlandes. Das Obertriebwerk in der Kornmühle ist eine Besonderheit. Eine neue Nutzung erhielt die Haarmühle durch den Einbau eines Generators zur Stromerzeugung. Standort: Beßlinghook 57

Die Quantwicker Windmühle ist ein um 1835 erbauter Achtkantholländer. In diesem Jahr präsentiert sich die Windmühle den Vorbeifahrenden am Mühlentag ohne Flügel. Wie berichtet, hat das Sturmtief „Herwart“ 2017 seine Spuren an der Mühle hinterlassen. Eine der rund zehn Meter langen Ruten (Flügel) brach und blieb auf einem anderen Flügel liegen. Die Stadt Ahaus als Pächter der Windmühle begann unverzüglich mit Sicherungsmaßnahmen, alle Flügel sind demontiert worden. Die Mühle soll bis zum Frühjahr 2019 wiederhergestellt werden. Standort: Quantwick, am Düwing Dyk

Idyllisch an der Dinkel in Legden-Wehr liegt die Düstermühle. Schon im Jahre 1151 wird sie gemeinsam mit dem Schulzenhof Everding in dem Güterverzeichnis des Damenstiftes Asbeck aufgeführt. Mit Korn- und Ölmühle war sie ebenfalls eine der typischen münsterländischen Doppelmühlenanlagen. 1926 wurden die Wasserräder durch eine Turbine ersetzt, die dann über einen Dynamo elektrischen Strom für einige Haushalte in der Bauerschaft Wehr erzeugte. Standort: Legden, Wehr 252

Die Huningsche Wassermühle ist seit 1988 auf dem Gelände des Bauernhausmuseums im Stadtpark Vreden und wird vom Vredener „Möllenkring“ betreut. Im Oktober 2016 ging sie in den Besitz des Kreises Borken. Die Wassermühle stammt ursprünglich vom Hof Huning in Ammeloe. Die vergangenen drei Jahre hat sie stillgestanden. Der Stadtgraben war wegen der Bauarbeiten am Kult abgelassen, die Mühle bekam kein Wasser mehr. Zwischenzeitlich wurden Maßnahmen getroffen, damit der „Möllenkring“ seine Arbeit wieder aufnehmen kann und sich das Mühlrad wieder drehen kann. Standort: Stadtpark, Butenwall

Die fürstbischöfliche Kornwassermühle in Nienborg: Im Mittelalter, wann genau ist nicht zu ermitteln, entstand die bedeutendste Mühle der Gegend, die fürstbischöfliche Kornwassermühle zu Nienborg. Wahrscheinlich wurde sie anlässlich einer Umlegung zwischen 1397 und 1400, auf jeden Fall aber vor 1457, um eine Funktion erweitert: Gegenüber der Kornmühle entstand eine Wassermühle zum Ölschlagen. Bis 1980 ist in der Mühle noch Viehfutter geschrotet worden. Seit März 1990 gehört die Nienborger Wassermühle der Familie Brüggemann. Im vergangen Jahr ist durch die Gemeinde Heek das Umfeld der Mühle neu gestaltet worden. Standort: Nienborg, Hauptstraße

Wie seit 1994 öffnen auch in diesem Jahr am Pfingstmontag, 21. Mai, 11-18 Uhr wieder die deutschen Mühlen ihre Türen, bundesweit mehr als 1100. Ausrichter des Mühlentages ist die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung, kurz DGM genannt. Dem Verein DGM gehören in jedem Bundesland entsprechende Landesverbände an. Im Münsterland ist die Westfälisch-Lippische Mühlenvereinigung aktiv. Sie ist ein Landesverband des Vereins DGM und hat sich folgende Aufgaben gestellt: Erstellung und Ergänzung eines Verzeichnisses aller in Westfalen-Lippe bestehenden oder vorhanden gewesenen Wind- und Wassermühlenstandorte, Erforschung ihrer Geschichte, Unterstützung bei dem Erhalt und der Instandsetzung von Mühlen, sowie auch der Vermittlung von handwerklichen Fähigkeiten für Müller und Mühlenbauer. www.muehlen-dgm-ev.de