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Südlohner Rat ärgert sich über Debatte wegen Maibaum-Standort

Maibaum

Einstimmige Entscheidung: Der Südlohner Maibaum wird um wenige Meter versetzt. Aber der Rat ärgert sich darüber, dass er sich überhaupt mit dem Fall befassen musste.

Südlohn

, 13.07.2018
Südlohner Rat ärgert sich über Debatte wegen Maibaum-Standort

Der neue Standort des Maibaums auf dem Marktplatz liegt nur wenige Meter entfernt vom jetzigen Standort (im Foto). © Stephan Teine

Vorweg: Der Rat hat einstimmig dafür gestimmt, den Maibaum von seiner jetzigen Position zu verschieben. Er soll sich künftig das Fundament mit dem Weihnachtsbaum der Gemeinde teilen. Auch der soll nämlich wieder einige Meter neben der Linde auf dem Marktplatz aufgestellt werden. Dafür muss das Fundament dort allerdings verstärkt werden. Es hatte zuletzt schon den Weihnachtsbaum nicht mehr halten können. Die Arbeiten werden noch in diesem Herbst durchgeführt.

Von den statischen Berechnungen für das alte Fundament sei er selbst überrascht worden, gab Dirk Vahlmann, Leiter des Amtes Bauen und Planen, unumwunden zu. Die hatten ergeben, dass das Fundament weder den Weihnachtsbaum und schon gar nicht den Maibaum tragen könne. Die Erweiterung des Fundaments sei aber nur mit einem erheblichen Bauvolumen möglich, erklärte er weiter. Rund 5.000 Euro würde das kosten. Der Spielmannszug Südlohn hatte beantragt, den Maibaum zu versetzen, um die Linde zu schonen. Das Geld zahlt die Gemeinde noch in diesem Herbst.

Kleiner Dienstweg trotz großer Summe

Aber: Die Vorlage habe ihn überrascht, sagte Siegfried Rickers (SPD). „Das wäre doch auch über den kleinen Dienstweg gegangen“, erklärte er. Auch wenn die Summe größer sei als angenommen, der Maibaum gehöre zur Gemeinde. Karin Schmittmann (UWG) reagierte irritiert: Warum man den Maibaum nicht einfach so wieder am alten Standort aufstellen könne? Dort habe er ja jahrelang gestanden. Darüber könne er nichts sagen, so Vahlmann. Das sei vor seiner Zeit bei der Südlohner Gemeinde gewesen, erklärte Vahlmann.

Südlohner Rat ärgert sich über Debatte wegen Maibaum-Standort

„Mit vereinten Kräften gelingen auch die ganz schwierigen Entscheidungen.“ © Schwarze-Blanke

Genervter reagierte da Hermann-Josef Frieling. Auch ihn habe die Vorlage zwar überrascht. Doch hätte der Fall einfach in einem Gespräch zwischen Verein und Verwaltung geregelt werden können. „Wir haben wichtige Themen als Rat, keine Frage. Aber so etwas muss auf Arbeitsebene passieren“, sagte Frieling.

Bürgermeister Christian Vedder wolle den Rat aber einbinden, wenn es um so ortsbildprägende Entscheidungen gehe. Laut Zuständigkeitsordnung hätte der Bürgermeister freie Hand für laufende Geschäfte bis 30.000 Euro. „Wir haben aber auch schon Haushaltssperren über einen Betrag von 800 Euro bekommen“, so Vedder. Der reine Blick auf die Werte sei für ihn also nicht unbedingt entscheidend. Themen, bei denen er das Gefühl habe, dass sie öffentlich besprochen werden sollten, bringe er eben in den Rat.

Spielmannszug wurde immer wieder vertröstet

Und der angesprochene kurze Dienstweg? Den hätte der Spielmannszug ja eigentlich auch am liebsten genommen. Hat er auch: „Wir haben es ja versucht“, sagt Matthias Nienhaus, zweiter Vorsitzender des Spielmannszugs Südlohn. Mehrfach. Allein, der Spielmannszug sei immer wieder vertröstet worden. „Vier Jahre lang haben wir es immer wieder im Rathaus versucht. Deswegen sind wir ja jetzt diesen Weg gegangen“, erklärte er nach der Sitzung gegenüber der Münsterland Zeitung. Nun sei das Problem gelöst und der Verein sehr positiv gestimmt. „Alles in Ordnung“, so Nienhaus.

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