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Trinkwasser bleibt weiterhin ein rares Gut

Wasserknappheit

Die Gartenbesitzer in Stadtlohn, Südlohn und Vreden haben nach dem Aufruf des Versorgers am vergangenen Freitag das Rasensprengen eingestellt. Und sie sollten es weiter tun.

Stadtlohn

, 12.07.2018
Trinkwasser bleibt weiterhin ein rares Gut

Die Brunnen im Wasserwerk in Hundewick drohen nach wie vor zu versiegen. © Foto: Julian Schäpertöns

Gartenbesitzer in Stadtlohn, Südlohn und Vreden hatten ein Einsehen. Der dringende Aufruf der SVS-Versorgungsbetriebe, Trinkwasser zu sparen, hat gefruchtet. Angesichts der anhaltenden Dürre hatten der SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß und Wassermeister Markus Hörbelt am vergangene Freitag an die Stadtlohner, Vredener und Südlohner appelliert, auf das abendliche Rasensprengen zu verzichten. Der Grund: Wegen der fehlenden Grundwasserneubildung drohten Brunnen im Wasserwerk in Hundewick zu versiegen – zumindest in den Abendstunden, wenn überall die Rasensprenger liefen. Der Wasserverbrauch hatte sich in dieser Zeit verdoppelt. Schon am Samstagabend nach dem Aufruf hatte sich der Wasserverbrauch in den kritischen Stunden halbiert. „Dafür sind wir den Verbrauchern wirklich dankbar“, sagte Thomas Spieß. In dieser Woche kam noch etwas Regen dazu.

Sorgen bleiben

Sind damit die Sorgen der Wasserwerker ausgeräumt? Keineswegs. Thomas Spieß und Markus Hörbelt geben keineswegs Entwarnung. Der Grundwasserspiegel hat sich durch die geringen Regenmengen nicht erhöht.

„Es sind gerade einmal drei Millimeter Regen gefallen – das ist nichts“, erklärte Christof Jürgen-Schellert am Donnerstag bei einem Besuch im Wasserwerk Hundewick. Der Experte für Gewässerschutz bei der Borkener Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW sagt, dass die Niederschläge für selbst für die Pflanzen zu niedrig gewesen seien. „Bei der jetzt wieder zu erwartenden Hitze ist in zwei bis drei Stunden alles komplett verdunstet und die Situation ist wieder so verheerend wie vorher.“

Rasen darf braun werden

Christof Jürgen-Schlettert befürchtet, dass in diesem Jahr wieder ein Jahrhundertsommer wie 2003 drohen könnte. Nach seinen Worten ergeben sich daraus für die Landwirtschaft ernsthafte Probleme, zum Beispiel weil bei der Futterproduktion die Hälfte der Ernte ausfallen könne. „Manche Betriebe reduzieren schon ihre Tierbestände“, so Jürgen-Schlettert. Die Sorgen der Gartenbesitzer seien dagegen eher gering: „Der Rasen darf ruhig braun werden, der stirbt ja nicht, sondern erholt sich beim nächsten Regen wieder.“ Auch um die Bäume im Garten müsse sich in der Regel niemand Sorgen machen, weil sie ja tief wurzeln.

Das ist das Stichwort fü Thomas Spieß: „Wir sollten das kostbare Lebensmittel Wasser in diesen Tagen daher nicht im Garten verschwenden“, sagt er. Er hofft, dass die Stadtlohner, Südlohner und Vredener weiterhin an einem Strang ziehen, und auf das abendliche Rasensprengen verzichten.

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