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Ruß beschädigt Kapelle

Stadtlohn Als Schwester Ortrud die Tür zur Hilgenbergkapelle öffnete, schlugen ihr schon Rauchschwaden entgegen: In dem kirchlichen Kleinod in Stadtlohn hatten Unbekannte Feuerwerkskörper entzündet - und damit großen Schaden herauf beschworen.

01.10.2008

Ruß beschädigt Kapelle

<p>Traurige Überreste am Ort des Geschehens, einem Kerzentisch: Die verbrennenden Kerzen sorgten für eine starke Rußentwicklung. MLZ-Fotos (2) Ohm</p>

Denn durch die Knallkörper ist auch eine ganze Palette von Kerzen in Brand geraten. Die Folge: Das Innere der Hilgenbergkapelle ist völlig verrußt.

Bereits am vergangenen Donnerstag muss sich die Tat ereignet haben - vermutlich in der Zeit zwischen 17 und 18 Uhr. In der Kapelle gibt es ein Tischchen, auf dem Gläubige eine Kerze entzünden können. Dort müssen die Unbekannten Täter auch die Feuerwerkskörper deponiert haben. Diese entzündeten sich und sorgten zugleich dafür, das sämtliche Kerzen in Brand gerieten.

Bemalung

Durch den entstehenden Ruß wurde nicht nur die Wand und das Holz hinter dem Kerzentisch in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch die Deckenbemalung und die Polster der Bänke. Um die Kunstwerke wieder erstrahlen zu lassen, ist eine aufwändige Spezial-Reinigung durch eine Fachfirma unabdingbar. Die Polster müssen vollständig ersetzt werden. Darüber hinaus stellt die Entfernung des auf allen Flächen lagernden feinen Rußes eine schwierige Aufgabe dar. Das kleine Gotteshaus dürfte für mehrere Wochen unter Verschluss bleiben, bis sein Inneres vollständig wieder hergestellt worden ist. Vertreter von Kirchengemeinde, Zentralrendantur und zuständiger Versicherung haben sich inzwischen ein genaues Bild vom Ausmaß des Schadens gemacht.

Die Polizei hofft nun auf Zeugenhinweise, um die Tat aufzuklären. Wer entsprechende Beobachtungen gemacht hat, kann sich bei der Polizeiinspektion in Ahaus melden: Tel. (0 25 61) 92 60.

Besonderes

Die Hilgenbergkapelle stellt für die Stadtlohner etwas ganz Besonderes dar. Sie beherbergte in früheren Zeiten ein von vielen Gläubigen verehrtes Muttergottesbildnis. Damals begann auch die Wallfahrt nach Stadtlohn. Einen jähen Einschnitt erfuhren diese, als in der Nacht vom 13. auf den 14. September des Jahres 1886 die hölzerne Madonna aus der Kapelle entwendet wurde. Das Bildnis ist bis heute verschwunden geblieben. Dazu heißt es im Heimatbuch von 1951: "Wohl kein Ereignis in der Geschichte Stadtlohns, vielleicht mit Ausnahme des großen Stadtbrandes von 1611, war für Stadtlohn von ähnlicher Bedeutung." Sinnfällig aufgegriffen hat die Künstlerin Kirsten Kaiser dieses Thema für die Skulptur-Biennale 2005: Ihr Werk "Wo bist Du, Maria?"steht nahe der Kapelle und ist erst vor kurzer Zeit vollständig erneuert worden. to

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