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Nachwuchs-Chemiker lernen am Gymnasium mit den Großen

Oberstufenschüler experimentieren mit Grundschülern

Beim Chemie-Projekt „Lernen durch Lehren“ experimentieren Grundschüler mit den Oberstufenschülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Dabei lernen nicht nur die Nachwuchs-Chemiker etwas.

Stadtlohn

, 23.02.2018
Nachwuchs-Chemiker lernen am Gymnasium mit den Großen

Unter Anleitung der Gymnasiasten verwandelten die Kinder Wasser in Wein und anschließend Wein in Sekt. © Falko Bastos

Die Grundschüler staunen nicht schlecht, als sich das Wasser in Wein verwandelt. Dahinter steckt kein biblisches Wunder, sondern ein Chemie-Projekt am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Und eigentlich ist es auch kein Wein, sondern Phenolphthaleinlösung, die sich bei der Mischung mit Wasser und Soda purpurrot verfärbt hat.

„Lernen durch Lehren“, heißt das Projekt, das Lehrerin Daniela Breuer vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat. Viertklässler aller vier Stadtlohner Grundschulen besuchen jährlich das Gymnasium, um dort an einem Nachmittag gemeinsam zu experimentieren. Angeleitet werden sie dabei von den Oberstufenschülern.

Klebstoff aus Gummibärchen

Vier Stationen haben die gemeinsam mit Daniela Breuer vorbereitet. An jeder gibt es für die Grundschüler chemische Phänomene zu entdecken. So stellen sie Klebstoff aus Gummibärchen her, verformen Joghurtbecher mit einem Fön, bringen Büroklammern zum Schwimmen und erzeugen einen Unterdruck mit einer Kerze. Ihre Beobachtungen halten sie auf einem Lösungsbogen fest.

Anders als bei vielen anderen chemischen Experimenten ist das Nachmachen zu Hause erwünscht. „Deshalb verwenden wir viele Alltagschemikalien“, erklärt Daniela Breuer. „Die Kinder sollen viel selbst machen und Wissen mitnehmen.“

Theorie hinter den Versuchen vermitteln

24 Oberstufenschüler hatten sich freiwillig gemeldet, um die Stationen zu betreuen. „Die können dann auch mal in die Rolle des Lehrers schlüpfen“, sagt Breuer. Nele Penzler ist schon zum zweiten Mal dabei. Bei ihr lernen die Grundschüler, warum Windeln so saugfähig sind. Dafür vergleichen sie die Saugfähigkeit von normaler Watte, Watte aus Windeln und die von Superabsorber. Der wird der Windel-Watte nämlich beigefügt und kann das Tausendfache seines Volumens an Wasser aufnehmen.

„Die Versuche finden die Kinder immer super, die Theorie dahinter ist schon schwieriger zu vermitteln“, sagt Nele Penzler. „Beim ersten Mal habe ich gemerkt, dass meine Erklärungen zu lang waren. Jetzt habe ich sie verkürzt.“

Zaubern mit dem Fön

An der Kerzenstation lassen die Kinder weißen Rauch aufsteigen. Und bei Oberstufenschüler Johannes Schulze-Icking erhitzen sie Gummibärchen, um daraus Klebstoff herzustellen. „Können wir die auch essen?“, fragt Leonie.

„Das Beste ist die Station mit dem Fön. Das ist wie Zaubern“, sagt Simon. Ein Kind erhitzt die Joghurtbecher aus Polystyrol und Polyethylen, bis das Material weich und formbar wird und ein anderes darf sie plattklopfen.

Zur Freude von Leonie nehmen die Kinder nicht nur Wissen mit nach Hause. „Es ist schwierig, mit Gummibärchen zu arbeiten, ohne sie zu essen“, sagt Daniela Breuer und verteilt die Tüten an die Nachwuchs-Forscher.

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