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«Meister» der Kirmes

stadtlohn «Man muss Kirmes schon mögen». Mit diesem Satz beschreibt Günter Wehning, welche Voraussetzung ein «Marktmeister» mitbringen sollte. Harald Vogtt mag Kirmes - und so kann Wehning nach 25 Jahren beruhigt sein Amt weitergeben.

28.06.2007

Seit 1972 arbeitet der 52-Jährige bei der Stadt Stadtlohn, «seit der Lehre, von der Pike auf», sagt er lächelnd. Vor 25 Jahren übernahm der heutige stellvertretende Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung - «früher hieß das Ordnungsamt» - die Aufgaben des «Marktmeisters». Krammärkte, Wochenmärkte, Flohmärkte und eben die Kirmes - um die Vorbereitung, die Organisation und die Abrechnung kümmern diese sich. Die Kirmes steht zweimal im Jahr ganz oben an: Bis zum Jahresende bewerben sich die Schausteller, im Januar wird ausgewählt und vergeben, dann wird es zum ersten Juliwochenende wieder zeitaufwendig: Wenn die Schausteller eintrudeln und aufbauen, fängt der Trubel schon an für den «Marktmeister».

Bewährtes dabei

Was gab es denn alles bei «seiner» ersten Kirmes? «Das weiß ich nicht mehr», gesteht Wehning lachend, «aber der Autoscooter und eine Schießbude waren sicher dabei.» So hält er es bis heute: Die «Bewährten» müssen dabei sein, und dann im Wechsel verschiedene Neuheiten. «Die Dynamik der Fahrgeschäfte hat sich schon sehr verändert, heute ist alles höher und schneller...» sinniert Wehning im Rückblick. Der Stromverbrauch sei auch enorm geworden. Seit ungefähr zehn Jahren habe die Stadt eine Fachfirma beauftragt, die mit Aggregaten die Energieversorgung sicherstelle. A propos Energie: Wehning kann sich nicht an größere Pannen erinnern während seiner Marktmeisterzeit, aber einmal, vor 20 Jahren, da ist der Strom ausgefallen: «Gerade zur Hauptzeit, sonntags von 15 bis 16.30 Uhr, kein Autoscooter, keine Geisterbahn» - ihn gruselt`s noch heute.

Miteinander ist wichtig

Ansonsten konnte noch jedes Problem durch Improvisation gelöst werden. Im Miteinander mit den Schaustellern der Kirmes und den Händlern der Märkte, so Wehning, sei «selten ein schiefes Wort dabei gewesen.» Harald Vogtt, der schon 2006 in die Kirmesorganisation hineingeschnuppert hat, sieht das genauso: Er wolle, so der 45-Jährige, das Amt so weiterführen wie sein Vorgänger. «Ich gehe gerne mit Menschen um, ein Miteinander ist sicher besser als ein Diktieren durch den Marktmeister», betont Vogtt.

Für Wehning ist seine letzte Kirmes als Marktmeister noch aus einem anderen Grund eine besondere: «Vor 23 Jahren ist am Kirmes-Sonntag meine älteste Tochter geboren.» Das war damals der 1. Juli wie in diesem Jahr. Also: Erst Geburtstagskaffee, dann Geisterbahn... ewa

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