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Historische Zeugnisse

STADTlohn Was wissen wir von Jesus - vor dem Hintergrund des modernen Weltbildes? Zu diesem Thema referierte der Direktor des Katholischen Bibelwerks Dr. Franz-Josef Ortkemper auf Einladung der VHS am Donnerstagabend im Pfarrzentrum St. Joseph vor vielen interessierten Zuhörern.

06.10.2008

Historische Zeugnisse

<p>Interessierte Zuhörer fand der Direktor des Katholischen Bibelwerks, Dr. Franz-Josef Ortkemper (links), der auf Einladung der Volkshochschule im Pfarrzentrum St. Joseph die Frage "Was wissen wir von Jesus?" erörterte. Dirking</p>

Die Leben-Jesu-Forschung begann mit dem Hamburger Professor für orientalische Sprachen, Reimanus, Anfang des 18. Jahrhunderts. Jesus selbst habe nichts Schriftliches hinterlassen. Alles, was man heute von seiner Lehre und seinen Handlungen weiß, stehe in den Schriften seiner Jünger, schreibt er. Und er erkennt den Evangelien eine hohe historische Glaubwürdigkeit zu. Das literarische Werk "Leben Jesu" von David Friedrich Strauß (1835/36) gehöre zum Besten, was die wissenschaftliche Weltliteratur kennt. Scharf kritisiert der Autor darin die Versuche, die Wunder Jesu als natürlich zu erklären, da diese Versuche die absonderlichsten Blüten getrieben hätten. Stattdessen entdeckt er in den Evangelien mythologische Elemente.

Abstruse Romane

Es existiere auch eine Fülle von nicht-wissenschaftlichen und abstrusen Jesus-Romanen, sagt Dr. Ortkemper. Und obwohl diese allein der Fantasie ihrer Schreiber entsprungen seien, hätten sie Beifall gefunden und seien von vielen gierig verschlungen worden. Parallelen dazu gebe es auch in jüngster Zeit. "Was wir von Jesus wirklich wissen, können wir den Schriften des Neuen Testaments entnehmen", so der Referent. Sie seien die historischen Zeugnisse für die irdische Existenz Jesu. Die älteste von ihnen sei 20 Jahre nach seinem Tod entstanden. Wenn überhaupt ein Ereignis im Leben Jesu geschichtlich gesichert sei, so sei es sein Tod am Kreuz - die Konsequenz seiner unbestechlichen Gottes- und Menschenliebe. Die exakten Daten über Ort und Zeitpunkt der Geburt seien nicht bekannt, ebenso wenig wie es beispielsweise bei vielen Größen der Antike der Fall ist.

Jesus habe ehelos und provozierend einfach gelebt. Andere Behauptungen seien schlicht Fantasie. Als Wanderprediger habe er junge Menschen, Männer wie Frauen dazu bewegt, sich ihm anzuschließen, so der Bibelexperte. Als historisch zuverlässig zu bezeichnen seien seine Begegnungen mit Kranken und gesellschaftlich ausgegrenzten Menschen. Historisch verbürgt sei auch das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern in Jerusalem. "Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes" (Mk 14,25 ; Lk 22,18) - dieses Jesuswort sei ganz sicher authentisch, so Dr. Ortkemper.

Texte gefunden

Inzwischen sei, nicht zuletzt auf Grund der neu gefundenen Texte in Qumran, wieder deutlich geworden, wie sehr Jesus und sein Denken, aber auch die frühe Kirche und ihre Theologie im Judentum verankert sind, erklärt der Theologe. sd

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