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Mobilität der Zukunft

So will Nordkirchen als Mobilitäts-Modell-Kommune vorne mitmischen

Nordkirchen Das Münsterland soll Modellregion für Mobilität der Zukunft auf dem Land werden. Nordkirchen will dabei ganz vorne mitmischen. Es gibt auch bereits einige zukunftsweisende Ideen.

So will Nordkirchen als Mobilitäts-Modell-Kommune vorne mitmischen

In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses stellte Josef Himmelmann für Münsterland e.V. das Mobilitätsprojekt für das Münsterland vor. Foto: Karim Laouari

Das Münsterland soll Modellregion für die Mobilität der Zukunft werden. Daran arbeiten zurzeit Münsterland e.V., der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) und die Kommunen im Münsterland. Ganz vorne mit dabei ist die Gemeinde Nordkirchen. In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses stellte der ehemalige Olfener Bürgermeister Josef Himmelmann als Vertreter für Münsterland e.V. den aktuellen Stand des Projekts vor und erklärte was eigentlich genau dahinter steckt. Dazu Fragen und Antworten.

Worum geht es bei dem Projekt überhaupt?


Sollte das Münsterland Modellregion für die Mobilität der Zukunft im ländlichen Raum werden, sollen im besten Fall gleich mehrere Probleme gelöst werden, die entweder schon da sind oder in näherer Zukunft auftreten können. Im Wirtschaftsausschuss verdeutlichte Josef Himmelmann ein sehr aktuelles Problem anhand eines einfachen Beispiels: Hätte er am Donnerstag nach der Ausschusssitzung mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Nordkirchen aus wieder zurück nach Olfen fahren müssen, wäre er laut Smartphone-App des Regionalverkehrs Münsterland (RVM) mit Fußweg und dreimal Umsteigen insgesamt eine Stunde und 13 Minuten unterwegs gewesen. „Da würde ich als bequemer Mensch niemals auf den ÖPNV umsteigen“, macht Himmelmann deutlich.
Ziel des Projektes ist aber genau das: mehr Menschen funktionierende Alternativen zu den Fahrten im eigenen Auto anzubieten. Und zwar solche, die zuverlässig funktionieren und bequem sind. Nebenbei sollen auch der Verkehrsfluss verbessert und Staus und die Luftverschmutzung verringert werden, wie Münsterland e.V. auf seiner Internetseite erklärt.

Wie sollen denn neue Ideen und Konzepte gefunden werden?


Geplant ist, im gesamten Münsterland ein sogenanntes Reallabor einzurichten. Dabei sollen in den Kommunen, die Interesse anmelden, Versuchsprojekte zum Thema Mobilität der Zukunft an den Start gebracht werden. Der Gedanke dabei sei, so Josef Himmelmann, möglichst viele verschiedene Ideen in den Städten und Gemeinden auszuprobieren, so dass am Ende alle von den Erkenntnissen profitieren können. Nordkirchen ist die erste Kommune im Münsterland, die beim Reallabor mitmachen möchte. Im Juni will die Gemeinde dazu zunächst einen internen Workshop dazu veranstalten, ehe im Anschluss direkt mit verschiedenen Zielgruppen für Mobilitätsprojekte gesprochen werden soll, kündigte Bürgermeister Dietmar Bergmann im Ausschuss an.

Welche Ideen gibt es bereits für das Reallabor?


Eine wichtige Idee, die Himmelmann am Donnerstag vorgestellt hat, sind zum Beispiel die Mobilpunkte, an denen Kunden in Schnellbusse oder Bahnen ein- oder umsteigen können. „An diesen wichtigen Schnittstellen werden die verschiedenen Mobilitätsangebote wie Taxi- oder Bürgerbusse, Car-Sharing-Angebote und E-Bike-Verleihstationen zusammengeführt“, erklärt Münsterland e.V. auf seiner Internetseite. Gleichzeitig wäre es ideal, so Josef Himmelmann, wenn an diesen Mobilpunkten nicht nur Verkehrsströme gebündelt würden, sondern auch logistische Angebote. Zum Beispiel, wenn das bestellte Paket ebenfalls dort ankäme, in einer Packstation auf den Kunden warten würde und dieser es auf dem Weg nach Hause gleich mitnehmen könnte, erläuterte Himmelmann die Idee.

Gibt es neben Bussen und Zügen auch noch andere Vorschläge zur Fortbewegung?


Busse und Züge sind in der Tat nur zwei mögliche Verkehrsmittel. Bei den Bussen sieht Josef Himmelmann zum Beispiel noch einiges an Verbesserungspotenzial. „Wir haben auf dem Land, im Gegensatz zu den Städten, den ÖPNV reduziert auf den Schulbusverkehr“, erklärt er. Von einem bedarfsorientierten öffentlichen Verkehrsmittel, das zu den Zeiten die Routen fährt, die wirklich nötig seien, sei man hierdurch weit entfernt. Genau das sei aber nötig. Es müsse einen individuellen ÖPNV geben, nach Ansicht von Münsterland e.V. am besten gesteuert durch eine App, die Nachfrage und Angebot bündelt. Dabei könnten Car-Sharing eine Rolle spielen, Bürgerbusse, oder autonome Fahrzeuge.

Wie geht es jetzt weiter mit dem Projekt?


Am 12. Juni soll sich die Arbeitsgruppe für das Modellprojekt offiziell konstituieren, kündigt Josef Himmelmann an. Bereits sechs Tage früher findet der interne Workshop der Gemeinde Nordkirchen statt. Danach sollen die verschiedenen Zielgruppen beteiligt werden. „Wir wollen eine bunte Truppe zusammenstellen aus Experten und auch Privatpersonen“, kündigt Dietmar Bergmann auf Nachfrage an. Das Ziel sei es, „Kunden- mit Expertenwissen zu mischen“, erklärt Josef Himmelmann. Das NRW-Verkehrsministerium stellt dem Münsterland dabei eine Förderung in Aussicht. Ein konkretes Startdatum für die Projekte gebe es laut Nordkirchener Bürgermeister nicht.

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