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Seveso III bremst die Brasserter Moschee

Zu nah am Chemiepark

Der Plan der Yunus-Emre-Gemeinde, an der Sickingmühler Straße neben dem Hundeplatz eine neue Moschee zu bauen, wird sich nicht so leicht umsetzen lassen wie gedacht. Die neue Moschee liegt zu nah am Chemiepark. Bevor ein Bauantrag genehmigt werden kann, müssen erst Gutachten die Gefahrenlage klären.

MARL

von Gabriele Figge

, 13.01.2016
Seveso III bremst die Brasserter Moschee

Die Yunus Emre Camii Moschee an der Sickingmuehler Strasse in Marl-Brassert platzt aus allen Nähten. Foto: Torsten Janfeld

Seveso III ist das Stichwort. So heißt eine Richtlinie der Europäischen Union (EU), in der es um Abstandsflächen von Gebäuden zu Industrieanlagen geht, in denen gefährliche Stoffe produziert werden. Die Abstandsgrenze liegt bei 1,5 Kilometern. Der Name Seveso bezieht sich auf den schweren Chemieunfall im italienischen Seveso im Jahr 1976. Die verschärfte Sicherheitsrichtlinie, die die einzelnen Mitgliedsstaaten der EU in eigenes nationales Recht umsetzen müssen, gilt seit 2011; in Deutschland gilt sie seit Juni letzten Jahres. Auf Nachfrage unserer Zeitung sah Planungsamtsleiter Markus Schaffrath allerdings trotzdem eine Chance für eine Baugenehmigung  allerdings mit Auflagen. Es könnten technische Auflagen sein, wie der Einbau von rauchsicheren Fenstern und Türen oder Vorgaben zur Alarmierung und gegebenenfalls Räumung..  Die Gemeinde der Yunus Emre Moschee sucht schon lange nach einem Standort für den Bau eines neuen Gemeindezentrums. Die bisher zum Beten und als Treffpunkt genutzten Räume an der Ecke Sickingmühler Straße/Haardstraße platzen aus allen Nähten. Aus unterschiedlichen Gründen wurde die Suche nach einem Moschee-Standort schwierig; in Rede stand sogar einmal der Umbau der ehemaligen Goetheschule. Der Wunschstandort an der Sickingmühler Straße, nur wenige hundert Meter von der bestehenden Moschee auf einem Teil der ehemaligen Kraftwerksfläche, scheiterte lange am Grundstückseigentümer E.ON. Schließlich war E.ON – nicht zuletzt aufgrund politischer Interventionen – bereit, der Gemeinde das Wunschgrundstück für den Bau einer Moschee zu verkaufen. Auch der Rat feierte den Durchbruch im September 2014 als Riesenerfolg. Der Standort sei „optimal“. Notwendig für den Bau war die Aufstellung eines Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes. In einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung lagen die Planentwürfe vom 14. bis 28. Januar 2015 öffentlich aus. Es gab lediglich einen schriftlichen Einwand. Um die Öffentlichkeit fortlaufend zu informieren, wurde ein Beirat eingerichtet, in dem auch Nachbarn und Vereins- und Kirchenvertreter aus Brassert sitzen. Das komplette Gespüräch mit Markus Schaffrath über die Konsequenzen von Seveso III auf die Stadtentwicklung lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Marler Zeitung.