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Warum die Gewerbesteuer gerade sprudelt

Wirtschaftsstandort Selm

Die Stadt Selm freut sich über Aufschwung. Am Donnerstag ist der Spatenstich für das neue McAirlaid‘s Werk im Gewerbegebiet. Doch McAirlaid‘s ist nicht die einzige Firma, die in den Standort Selm investiert.

Selm

05.04.2018
Warum die Gewerbesteuer gerade sprudelt

Auf dieser Fläche an der Steigerstraße wird sich die Firma McAirlaid’s ansiedeln. © Foto: Jessica Hauck

„Der Wirtschaftsstandort Selm boomt“, sagt Bürgermeister Mario Löhr. Mit der Neuansiedlung des Unternehmens McAirlaid‘s im Gewerbegebiet an der Werner Straße habe sich ein Weltmarktführer für Vliesstoffe in der Lebensmittel- und Hygieneindustrie für den Standort Selm entschieden. Doch McAirlaid‘s ist nicht die einzige Firma, die in den Standort Selm investiert.

Zahlreiche Neuansiedlungen oder Betriebserweiterungen haben den freien Raum für Gewerbeflächen auf nur noch 16.000 Quadratmeter schrumpfen lassen: eine Entwicklung, die auch den städtischen Haushalt nicht unberührt lasse.

Positives Haushaltsergebnis

Innerhalb eines Jahrzehnts konnte die Stadt laut Löhr die Einnahmen des Haushalts um 62 Prozent auf knapp 74 Millionen Euro steigern. Im Haushaltsjahr 2016 ließ sich erstmals seit Langem wieder ein positives Ergebnis erzielen.

Selm befindet sich im Stärkungspakt und wird vom Land NRW mit Millionenbeträgen bis 2021 unterstützt. Über 16 Millionen Euro sind von 2012 bis 2016 geflossen, in der vergangenen Haushaltsperiode waren es 2,67 Millionen Euro, und bis 2021 sind noch weitere 3,83 Millionen Euro im Haushalt eingeplant. Unterm Strich hilft das Land der überschuldeten Stadt mit mehr als 20 Millionen Euro auf die Füße.

Die Gewerbesteuereinnahmen konnte Selm von 5,55 Millionen Euro im Jahr 2008 auf 8,6 Millionen Euro 2017 steigern. Das entspricht einer Steigerung von 55 Prozent. Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer stieg um 33 Prozent auf 10,9 Millionen Euro.

Steuerquote sinkt

Die Steuerquote, die angibt, wie stark die Selbstfinanzierungskraft einer Stadt ist, hat allerdings weiter gelitten. Von ihrem besten Wert in Höhe von 40,8 Prozent 2010 ist sie bis 2016 auf nur noch 34,9 Prozent gefallen. 2017 sah es mit 38,1 Prozent aber wieder besser aus.

Die weltweit gute Konjunktur der vergangenen Jahre konnte den Eigenkapitalschwund der Stadt allerdings nicht aufhalten. Während im Jahr 2008 noch über 15 Millionen Euro die Bilanz schmückten, war das Eigenkapital schon 2011 aufgebraucht und steht heute als sogenannter „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ in Höhe von 2,5 Millionen in den Büchern der Stadt.

Die vielen Investitionen, die Selm zurzeit zu schultern hat, lassen auch den Schuldenstand nicht rosig aussehen. Auf knapp 89 Millionen Euro türmen sich Selms Investitions- und Liquiditätskredite zum 31. Dezember 2017. Als besonders problematischgelten dabei die Liquiditätskredite in Höhe von 42,89 Millionen Euro, für die es keinen Gegenwert gibt.

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