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Darum gab es Stress bei „Bork lädt ein“

„Bork lädt ein“

„Bork lädt ein“ ist seit Donnerstag Geschichte. Zumindest in seiner bisherigen Form. Zwischen dem Veranstalter und den Gastronomen gab es Stress.

Bork

, 22.06.2018
Darum gab es Stress bei „Bork lädt ein“

Borker Wirte hatten wegen des unbeständigen Wetters Pavillons aufgebaut, damit Tische, Bänke und Gäste nicht nass wurden. Foto: Ucar-Macit

Eine kleine, gemütliche Veranstaltung hätte es sein sollen. Die Chance, den Ortskern und die Gastronomie zu beleben. Musikbands, ein Bierwagen und eine Bratwurstbude sollten auch in diesem Sommer wieder für gute Stimmung sorgen. Im vergangenen Jahr war die kleine Veranstaltung bei vielen Besuchern gut angekommen. Doch „Bork lädt ein“ ist in der bisherigen Form seit Donnerstagabend Geschichte. In dieser Woche trat niemand auf, der Bierwagen fuhr wieder weg.

Viele Borker taten ihre Meinung anschließend auf Facebook kund: „Frechheit“, „Was soll der Sch...?“, so lauteten einige Kommentare der enttäuschten Besucher. Der Grund: Zwischen Veranstalter Wilfried Reckers (Lüdinghausen) und den benachbarten Gaststätten „Dörlemann“ und „Enzo“ gibt es Stress. Reckers ist sauer darüber, dass die Gastwirte ihre Außengastronomie viel zu groß aufgebaut hätten. „Ich bin enttäuscht und verärgert, so war das nicht abgesprochen“, sagt der 55-Jährige. Er habe das Risiko, stelle die Band zur Verfügung – und dann würden ihm die Gäste „weggezogen“.

Vereinbarung

Die Wirte sehen das anders. „Wir hatten eine schriftliche Vereinbarung, dass wir fünf Bierzeltgarnituren aufbauen dürfen“, sagt Figan Ucar-Macit von „Dörlemann“. Sie habe lediglich wegen des unbeständigen Wetters einen Pavillon aufgebaut, damit Tische, Bänke und Gäste nicht nass würden. „Das war letztes Jahr auch so.“

Giuseppe Tony von der Pizzeria „Enzo“ bestätigt ihre Aussage. „Letztes Jahr hatten wir genau die gleichen Veranstaltungen, und es gab nie Stress. Auch da hatten wir Pavillons draußen.“ Damals sei allerdings das Wetter besser gewesen, sodass alle gut verdient hätten.

Unbeständiges Wetter

Norbert Zolda von der Stadtverwaltung bestätigt, dass es eine Vereinbarung zwischen Wirten und dem Veranstalter gegeben habe.

„Eine bestimmte Anzahl an Tischen und Bänken war festgelegt. Von großen Pavillons war allerdings nicht die Rede.“ Das führe natürlich dazu, dass die Leute sich dort lieber aufhielten – vor allem, wenn das Wetter nicht so mitspiele.

Insofern kann Zolda verstehen, dass dem Veranstalter in diesem Moment Einnahmen entgingen. „Er ist auf die Einnahmen angewiesen und trägt die Hauptlast. Das kann Herr Reckers irgendwann einfach wirtschaftlich nicht mehr tragen.“

Es ist allerdings so, dass Reckers die Kosten für die Live-Musik nicht völlig allein bestreiten muss. Denn in diesem Jahr steht nach Angaben von Figan Ucar-Macit und Zolda auch in der Vereinbarung, dass sich die Wirte an den Kosten beteiligen sollten.

Nichts ändert sich bei „Selm trifft sich“

„Das hätte ich auch gemacht“, sagt Giuseppe Tony. „Aber der letzte Auftritt ist bereits ausgefallen, und von der Aktion vor drei Wochen hat Herr Reckers uns noch keine Rechnung geschickt.“

Normalerweise, so Norbert Zolda, liefe mit dem Veranstalter immer alles tadellos. „Wir arbeiten sonst prima zusammen und machen auch weiterhin Veranstaltungen“, betont er.

Wilfried Reckers möchte auch weiterhin mit der Stadt Selm zusammenarbeiten. Nur die spezielle Veranstaltung in Bork, die möchte er in Zukunft nicht mehr machen. Für „Selm trifft sich“ werde sich nichts ändern. „Da freu ich mich drauf. Das ist kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander.“

Apropos miteinander: Miteinander gesprochen, das haben die Beteiligten im Moment des Ärgers nicht. „Wir hatten einen so schönen Start“, bedauert Giuseppe Tony. „Und ich bin an dem Abend auch zu ihm hingegangen. Er hat mir nur gesagt, der Musiker habe einen Hexenschuss. Man kann doch offen miteinander reden, wenn man sich über etwas ärgert.“

Damit die Borker trotzdem in Feierlaune bleiben, möchten die Wirte eine eigene Veranstaltung bei der Stadt beantragen. Wenn möglich, schon am nächsten Donnerstag.

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