Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Seit 175 Jahren ein süßes Geheimnis: Die Sacher-Torte

Wien (dpa) - Um kaum eine Österreicherin wurde ein größeres Geheimnis gemacht, und kaum eine hat mehr Gerichte beschäftigt als sie: Die Sacher-Torte, ungekrönte Diva unter den Wiener «Mehlspeisen», feiert in diesem Jahr ihren 175. Geburtstag.

Doch im Gegensatz zu anderen Diven blieb die kalorienreiche Wienerin dabei bis heute praktisch unverändert. Der massive, dunkele Schoko-Überzug ebenso, wie das Schokosiegel, das die Echtheit der Torte garantieren soll. Und mehr denn je ist Torte für das Familienunternehmen im 1. Wiener Bezirk, «ein bedeutender Wirtschaftsfaktor», meinte Elisabeth Gürtler, Chefin der «Sachertorten AG» und des Hotels Sacher.

Rund 360 000 Torten in vier verschiedenen Größen produzierte das Unternehmen allein im vergangenen Jahr. Davon ging etwa ein Drittel in den Export, ein weiteres Drittel wird als Schnitt-Torte an Gäste in den Sacher-Cafés unter anderem in Wien, Salzburg, Graz und Innsbruck verkauft und der Rest geht in der Wiener Confiserie über den Ladentisch. Zu den Fans der dunkelbraunen Kalorienbombe gehören laut Gürtler John Travolta ebenso, wie der heutige Papst Benedikt XVI. oder König Juan Carlos von Spanien.

Rund 40 Personen, darunter 19 Konditoren, sind in Wien Simmering mit der Herstellung des Renommierkuchens beschäftigt, der im Versand je nach Größe zwischen etwa 18 und 36 Euro kostet. Dass das gute Stück bis heute «händisch» produziert wird, ist für die Sacher-Chefin ebenso selbstverständlich, wie die Verwendung von Naturprodukten: 80 Tonnen Schokolade, 64 Tonnen Marillen-(Aprikosen)-Marmelade und 1,4 Millionen Eier wurden hier 2006 zu den gesetzlich geschützten Schokotorten verarbeitet, die pro Stück mit bis zu 600 Kalorien - ohne die dazu empfohlene Portion Schlagobers (Sahne) - zu Buche schlagen soll. Den genauen Brennwert will Elisabeth Gürtler nicht verraten: «Wir wollen uns doch selbst nicht schaden», meint sie lächelnd.

Dass das handgeschriebene Originalrezept des damals 16-jährigen Jungkochs Franz Sacher bis heute strengstens geheim ist, versteht sich. Neben Elisabeth Gürtler kennen nur zwei Mitarbeiter des Luxus-Hotels das Original, das selbstverständlich in einem Panzerschrank verwahrt wird. Alle Mitarbeiter, die es kennen, wurden bei Strafandrohung zu absolutem Stillschweigen verdonnert. Schließlich konnte sich der Erfinder des so manchem schwer im Magen liegenden Kuchens kaum vorstellen, dass sein Meisterwerk dereinst sogar die Gerichte beschäftigen würde.

Jahrelang kämpfte das Haus Sacher in mehreren Prozessen für den Schutz des Markennamens «Sacher». «Wir haben alle Verfahren gewonnen» meint die Chefin stolz. Zwar konnte man nicht verhindern, dass heute überall auf der Welt «Sachertorten» gebacken und verkauft werden. In jedem besseren Wiener Kaffeehaus wird auch «Sachertorte» serviert. Die «Original Sachertorte» gibt es allerdings nur aus dem Stammhaus im Zentrum der Hauptstadt. Dies wiederum bedeutet allerdings nicht, dass die Sachertorte «Marke Sacher» auch wirklich die Allerbeste wäre. Nicht wenigen Wienern ist die edle Torte schlicht zu mächtig. Doch darum ging es dem Hersteller der «Original Sachertorte» ja auch nicht. In Deutschland, so meinte Gürtler, sei «Sacher» inzwischen die bekannteste, vom Kunden mit Österreich verbundene Marke.

Die Sacher-Torte: www.sacher.com

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Bonn (dpa/tmn) Wer frische Kräuter auf dem Fensterbrett oder Balkon züchtet, kann nicht immer alle frisch verbrauchen. Dann kann man sie trocknen - am besten in Bündeln. Tipps dazu gibt der Verbraucherinformationsdienst aid.mehr...

Bonn (dpa/tmn) Einige sind saurer als andere, wirklich süß werden sie aber nie. Deshalb sind Stachelbeeren in der Küche eine Herausforderung. Für Köche gibt es hier fünf Tipps, wie sie die sauren Früchtchen verarbeiten können.mehr...