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Schwimmverein Derne will allen Kindern Schwimmen beibringen

Schwimmverein Derne

Fast alle Kinder in Scharnhorst haben ihr Seepferdchen beim Schwimmverein Derne 1949 in der „Welle“ erworben. Der Verein würde gern Flüchtlingskindern kostenlos Schwimmunterricht geben.

Dortmund

, 05.07.2018
Schwimmverein Derne will allen Kindern Schwimmen beibringen

„Die Welle“ ist das zweite Zuhause des SV-Derne Führungsteams. © Kevin Kisker

Mehr als 60 Jahre ist es her, da ertrank in Gummersbach ein Kind. Das Unglück gab den Anstoß für ein großes, erfolgreiches Projekt mit dem Ziel: Jedes Kind muss schwimmen können. Das Credo des Schwimmvereins Derne 1949 Dortmund e.V. (SVD) und seines langjährigen Vorsitzenden Klaus Henter treibt bis heute die vielen ehrenamtlichen Helfer beim Kinder- und Jugendschwimmen in Scharnhorst und Umgebung an.

Bäder vor der Schließung gerettet

1989 rettete der 1500 Mitglieder starke Verein das städtische Freibad Derne durch die Übernahme. Auch die Schließung des Scharnhorster Hallenbades konnte der SVD 2013 verhindern.

Auch wenn mittlerweile Ballsport- und weitere Abteilungen zum Verein gehören, steht die Schwimmausbildung immer im Mittelpunkt. „Fast alle Scharnhorster Kinder haben ihr Seepferdchen beim SVD erworben“, sagt Klaus Henter, heute SVD-Ehrenvorsitzender. 160 waren es im vergangenen Jahr.

Seepferdchen ohne Ende

25 ehrenamtliche Mitarbeiter betreuen die jungen Schwimmerinnen und Schwimmer in der „Welle“, dem ehemals städtischen Bad. In zehnwöchigen Kursen lernen die Jungen und Mädchen, zwei Bahnen zu schwimmen und einen Ring hochzutauchen. Dann gibt es den begehrten Aufnäher für die Badehose.

Vor einem Badeurlaub oder wenn ein Nichtschwimmer auf die weiterführende Schule wechselt, organisieren Vereinsvorsitzender Jens Pfingsten und die Geschäftsführerinnen Maryna Urban und Christiane Bartel auch einen Intensivkurs außer der Reihe. „Wir arbeiten Hand in Hand mit den OGS“, sagt Christiane Bartel. Mit der Paul-Dohrmann-Förderschule gibt es seit Jahrzehnten eine Kooperation.

„Als wir 1976 das Bad übernommen haben, haben wir überlegt, was uns wichtig ist“, erinnert sich der Ehrenvorsitzende. Seit über 40 Jahren gibt es nun Patenschaften für Kinder, die aus schwierigen Familien kommen. „Alle Kinder müssen schwimmen lernen, damit sie nicht ertrinken können“, sagt Klaus Henter. Sein Herz hänge am Schwimmen, sagt er. Noch viel mehr aber hängt es wohl an den Kindern.

Flüchtlingskinder werden eingeladen

Jetzt hat Klaus Henter eine Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsheim in Derne angestoßen. Die 22 dort lebenden Kinder sollen Gelegenheit bekommen, schwimmen zu lernen. „Manche von ihnen kommen aus Gegenden, wo es keine Schwimmbäder gibt“, sagt Henter. Einige haben bereits den Weg in „Die Welle“ gefunden. Maryna Urban erzählt, wie ein Mädchen zur ersten Schwimmstunde in Leggins und T-Shirt erschien, weil sie es nicht besser wusste. „Inzwischen hat sie aber einen Badeanzug“, lacht die Badleiterin.

Zur Belohnung gibt´s ein Eis

Der kleine Youssef, sieben Jahre alt, schwimmt bereits seit einigen Wochen mit. Jetzt kann er zeigen, was er gelernt hat und schwimmt tapfer seine zwei Bahnen. Ob es anstrengend war? „Nein, Spaß“, sagt er und hastet zum Ringe-Tauchen im Nichtschwimmerbecken. Paula hat die Seepferdchen-Prüfung bereits hinter sich. „Mein Vater hat gesagt, wenn wir ein Abzeichen machen, bekommen wir ein Eis von dir“, sagt sie strahlend zu Klaus Henter. „Stimmt das?“

Der Ehrenvorsitzende lacht und nickt. Und freut sich, dass wieder ein Kind es geschafft hat.

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