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Verbindung bricht ab – Frau aus Schwerte ist sauer

Ärger mit Tele2

Margot Rademacher aus Schwerte ist empört. Empört über die Geschäftsgebaren des Telefonanbieters Tele2 und seinen Kundenservice. Angefangen hatte für die heute 74-Jährige alles mit der Umstellung auf ein neues System.

Schwerte

23.03.2018
Verbindung bricht ab – Frau aus Schwerte ist sauer

Christian Schwarzfischer von der Verbraucherzentrale Schwerte setzte sich für Margot Rademacher ein. Die Schwerterin hat Probleme mit ihrem Telefon-Anbieter Tele2. © Foto: Manuela Schwerte

Alles begann im August 2017, als Tele2 die Schwerterin telefonisch von einer Umstellung ihres Anschlusses auf die Internet-Telefonie (IP-Telefonie) informierte.

Eine neue Telefonbox wurde selbstredend prompt geliefert. Das Problem: Von da an kämpft Rademacher mit erheblichen Beeinträchtigungen. „Der Netzempfang ist dauerhaft gestört, Telefonate brechen ständig mitten im Gespräch ab. An der Hotline bekam ich nur freche Sprüche zu hören. Ich wurde überhaupt nicht ernst genommen.“ Schließlich schaltete Rademacher Christian Schwarzfischer von der Verbraucherzentrale ein.

„Bei einem weiteren Gespräch mit dem Kundenservice wurde uns von einem Mitarbeiter dann sogar plötzlich schnelle Hilfe zugesichert“, erinnert sich Schwarzfischer. „Doch es blieb letztendlich bei diesem Lippenbekenntnis.“

Drei Mal wurde die Box mittlerweile ausgetauscht, auf den Portokosten blieb die 74-Jährige jedes Mal selbst hängen. Zusammen mit der Verbraucherzentrale stellte sie ein Fehlerprotokoll zusammen. Auch das akzeptierte der Anbieter nicht.

Dann vielleicht eine außerordentliche Kündigung? Selbst diesen Versuch blockte Tele2 ab. Begründung: Die Testanrufe der eigenen Fachabteilung hätten keine Unregelmäßigkeiten erkennen lassen. Vielmehr zeige die Gesprächsauflistung von Margot Rademacher, dass der Anschluss funktioniere. Die Seniorin solle den Anschluss doch zunächst mit einem neu gekauften, handelsüblichen Telefon testen.

Als finales Kulanzangebot könne Margot Rademacher aber mit einer einmaligen Zahlung von 150 Euro eine vorzeitige Vertragsauflösung erwirken.

Schwarzfischer rät nun: „Vorsicht ist vor allem dann geboten, wenn Umstellungen am Telefon bestätigt oder ein neuer Vertrag abgeschlossen werden soll. Im Zweifelsfall sollte man sich immer die Vertragsunterlagen in schriftlicher Form zuschicken lassen. Im aktuellen Fall hoffen wir aber auch weiterhin auf eine kulante Sonderkündigung.“ Ein derart kundenunfreundliches Verhalten wie das von Tele2 sei ihm in seinen Beratungsgesprächen jedenfalls noch nicht häufig begegnet, so Schwarzfischer.

  • IP-Telefonie ist die Abkürzung für Internet-Protokoll-Telefonie.
  • Die Gespräche werden codiert und werden über das Internet oder ein ähnliches Datennetz zum Gesprächspartner geschickt.
  • Manche Anbieter versprechen: Ihre Kunden bekommen von der Umstellung gar nichts mit.
  • Das ehrgeizige Ziel der Anbieter: Bis Ende 2018 sollen alle Anschlüsse auf IP-Telefonie umgestellt sein.
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