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Tag der offenen Tür im historischen Spieldorf Argste

ERGSTE Claudia Paetz steht auf dem Parkplatz am Elsebad. Gemeinsam mit gut 40 weiteren Eltern. Es ist Samstag, 10.55 Uhr. Und das Tor zum Mittelalter ist noch geschlossen. Doch in wneigen Minuten öffnet es sich und lädt ein in eine fremde und doch vertraute Welt.

von Von Hilke Schwidder

, 05.10.2008

Die Schwerterin Claudia Paetz schmunzelt. Ihre Tochter ist Jung-Teamerin beim Historischen Spiel. Sechs Tage lang hat sich das Mädchen ins Jahr 768 zurückgedacht. Sechs Tage lang schlammbespritzte Kleidung, den Geruch vom Holzkohlefeuer im Haar, und begeistertes Glänzen in den Augen. An diesem sonnigen Samstagvormittag ist das Finale, der Tag der offenen Tür im Spieldorf Argste. Tatsächlich öffnet sich die Pforte zur vergangenen Zeit um Punkt 11 Uhr. Claudia Paetz schlendert hindurch. "Ich bin richtig gespannt." Aus dem Alltagsleben der Sachsen Rund 80 Kinder und Jugendliche gewähren den Erwachsenen einen Einblick ins Alltagsleben der Sachsen. Der 15-jährige Wolfsbarth holt ein glühendes Eisen aus dem Feuer, legt es auf einen Amboss und zählt an: "Eins, zwei, drei, vier."

Bei jedem Wort schnellt ein massiver Hammer auf das Metall herab. "Das wird eine Speerspitze." Der Junge spricht mit tiefer, fester Stimme. Seine Hände sind schwarz vom Ruß. Sein halblanges, offenes Haar hängt ihm ins Gesicht. Und seine Weste aus löchrigem Fell hält er mit einem Gürtel zusammen. Wolfsbarth hebt ein Schwert in die Höhe. "Mein Meisterstück." Geschickt lässt er die Klinge durch die Luft gleiten, dann legt er sie mit ernster Miene wieder zurück. "Gucken ist kostenlos", sagt seine tiefe Stimme. Wolfsbarth wendet sich wieder dem Feuer zu.Germanische Versammlung

Im selben Moment ruft Edeling Folkbrath nur wenige Schritte von der Schmiede entfernt die Sachsenstämme zusammen. In kleinen Gruppen marschieren sie auf den Ting-Platz. Dort werden sie vor den Augen der Besucher eine germanische Versammlung abhalten. Seherin Brenda steht mit prächtigem Kopfschmuck auf einem Podest. Wind fährt hin und wieder in ihren langen Mantel. Jetzt wird es ernst. Das Mittelalter beginnt.

Auch Lukrath marschiert mit energischen Schritten zum Ting. Es wird noch Stunden dauern, bis er wieder Lucca aus dem 21. Jahrhundert ist - und am Samstagnachmittag zum Fußball geht.

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