Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Stahlservice will LKW von der Straße holen

SCHWERTE Die Weichen, um weitere 2500 LKW pro Jahr von der Straße zu holen, könnte der Stahlservice Hövelmann & Lueg stellen.

von Von Reinhard Schmitz

, 05.12.2007
Stahlservice will LKW von der Straße holen

Sprecherin Katrin Bauer und Lokführer Arnold Schrimpf auf der Werkslok.

Das Unternehmen im Eisenbahn-Ausbesserungswerk wollte eigentlich gern seinen Materialtransport auf der Schiene ab 2008 auf 120 000 Tonnen im Jahr verdoppeln. Doch der lang andauernde Lokführerstreik der vergangenen Wochen hat den Überlegungen einige Hemmschuhe in den Weg geworfen. Alle Voraussetzungen für den umweltfreundlichen Transportweg sind bei Hövelmann & Lueg längst vorhanden.220 PS auf 3 Kilometer Gleisen Schienenwege führen nicht nur in die große ehemalige Lokrichthalle, wo die Längsteilanlage auf Stahlcoils wartet. Auch das Tochterunternehmen Flachform-Stahl, das auf das Querteilen des Materials spezialisiert ist, verfügt über einen Gleisanschluss. Die insgesamt rund drei Kilometer Gleis sind sogar die Heimat für eine eigene kleine Diesellok. Das leuchtend rote Maschinchen schiebt mit seinen 220 PS die vollbeladenen Güterwagen, die von der Deutschen Bahn bis zum Werkstor geliefert werden, direkt in die Produktionshallen.Tägliches Pendeln „Wir holen täglich Waggons ab“, pendelt Lokführer Arnold Schrimpf (51) zwischen dem werkseigenen, fünfgleisigen Abstellbahnhof und den Hallen hin und her. Bis zu neun Waggons nimmt die Diesellok auf einmal an den Haken. Auf dem ersten fährt immer Rangierer Thorsten Bauer (36) mit, um seinem Lokführer per Sprechfunk freie Fahrt zu signalisieren. Andreaskreuze sichern die Straßenübergänge auf dem Werksgelände, die Lok warnt mit Achtungspfiffen. Und Schrimpf hat natürlich auch eine spezielle Lokführerprüfung abgelegt. Alles läuft im Betrieb genauso wie beim großen Bruder Deutsche Bahn, von dem die Diesellok einst übernommen wurde. Im Jahre 1968 bei Jung im Siegerland gebaut, wird die unverwüstliche Maschine von ihrem neuen Arbeitgeber stets fit gehalten. Erst vor wenigen Tagen kam sie frisch überholt auf dem Tieflader vom Lok-TÜV zurück.