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Rettungsdienst ist NRW-weit einer der schnellsten

Rettungsdienst-Einsätze in Schwerte

Vom Notruf bis zum Patienten in acht Minuten: Das klappt in Schwerte nicht immer, aber ziemlich oft. Dabei haben die Rettungsdienste nicht nur mit dem Verkehr auf der Strecke zu kämpfen.

Schwerte

, 10.04.2018
Rettungsdienst ist NRW-weit einer der schnellsten

Bei 90 Prozent der Einsätze innerhalb städtischen Gebietes sollen im Kreis Unna Notarzt oder Rettungswagen innerhalb von acht Minuten am Einsatzort sein.dpa © picture alliance / dpa

Für die Beteiligten und Angehörigen dauert es fast immer zu lange, bis Notarzt und Rettungskräfte eintreffen. Doch objektiv betrachtet, ist der Schwerter Rettungsdienst relativ schnell. NRW-weit gesehen sogar einer der schnellsten. Denn der WDR hat die Rettungsdienstbedarfspläne aller Kreise und Gemeinden im Land untersucht und festgestellt: Nur Essen und Mönchengladbach halten ihre selbst vorgegebenen Rettungsdienstzeiten ein. Dass Schwerte in dieser kurzen Liste nicht auftaucht, liegt allerdings daran, dass die Schwerter Zahlen im Kreis aufgehen und der kann die Zeiten insgesamt nicht einhalten.

Dabei ist das System noch nicht einmal gesetzlich geregelt. Bei 90 Prozent der Einsätze innerhalb städtischen Gebietes sollen im Kreis Unna Notarzt oder Rettungswagen innerhalb von acht Minuten am Einsatzort sein. Diese Zeit basiert auf einer Empfehlung von Notärzten. Bei ländlichen Gebieten, wie zum Beispiel auf dem Bürenbruch, sind zwölf Minuten erlaubt.

Zahlen werden besser

Kreisweit wurden laut dem derzeit geltenden Einsatzbedarfsplan die acht Minuten nur in 71 Prozent der Fälle eingehalten, die 12 Minuten in immerhin 89,3 Prozent. Legt man die aktuellen Zahlen dieses Jahres zugrunde, dann schaffte der Kreis mit 91 Prozent die selbst auferlegte Quote. „Doch die Zahlen sind noch nicht endgültig“, betont Kreisbrandmeister Thomas Heckmann. Die im vergangenen Jahr im Bedarfsplan vorgeschriebenen Verbesserungen seien längst noch nicht alle umgesetzt.

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„In Schwerte schaffen wir 95 Prozent“, betont Feuerwehrchef Friedrich Müller. Er ist überzeugt, der Schwerter Rettungsdienst sei da gut aufgestellt.

Ob das allerdings auf Dauer so bleibt, ist nicht sicher. Denn die Zahl der Einsätze sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Und damit auch der logistische Aufwand. In Schwerte sind rund um die Uhr zwei Rettungswagen und ein Notarzt im Einsatz. Reicht das nicht aus, müssen Kollegen aus unterschiedlichen Städten herbeigerufen werden. Und damit werden auch die Anfahrtzeiten länger.

Sanitäter mit Löschzug

Die Feuerwehr versucht das, mit sogenannten „First Responder Einsätzen“ zu überbrücken. Dann fährt ein normales Löschfahrzeug mit Besatzung auch mal zum Herzinfarkt. Schließlich sind alle Mitglieder der Hauptamtlichen Wache auch Rettungssanitäter. Und die großen Löschfahrzeuge haben auch etliche Rettungsgeräte an Bord. „Die Anzahl dieser Einsätze hat in der letzten Zeit zugenommen“, sagt Müller.

Am Wochenende übernehmen in Schwerte Malteser und DRK den Rettungsdienst. Allerdings in gleicher Stärke und mit denselben Fahrzeugen. Mit 4192 Notfall-Einsätzen (im Jahr 2015) liegt die Rettungswache Schwerte auf Rang zwei im Kreis. Nur in Unna verzeichneten die Rettungsdienste mehr Notfälle. Allerdings ist die große Stadt Lünen in vier Versorgungsbereiche aufgeteilt.

Auch bei den Notarzteinsätzen liegt Schwerte, kreisweit betrachtet, auf Rang zwei. Fast 2000 Notarzteinsätze im Jahr bei nur einem Notarzt führt zwangsläufig in Stoßzeiten zu Engpässen. Wenn mehr als ein Notarzt in Schwerte benötigt wird, muss auch der aus den umliegenden Städten geholt werden. Zur Not mit dem Hubschrauber, denn auch hier zählt jede Sekunde.

Organisiert werden die Rettungseinsätze im Kreis über die Einsatzleitstelle in Unna. Von dem Eingang eines Notrufs dort, bis zum Ausrücken der Rettungskräfte vergehen laut Rettungsdienstbedarfsplan derzeit durchschnittlich 1 Minute und 42 Sekunden. Das ist auf jeden Fall 42 Sekunden zu langsam. Denn die Zeit geht von der Fahrzeit zum Einsatzort ab. Kreisbrandmeister Heckmann hält eine Minute für einen angemessenen Zeitraum. Doch das ist auch von den Baulichkeiten der Wache abhängig. Lange Wege zum Rettungswagen seien nicht ohne Umbauten der Wache machbar.

Schwerte ist übrigens die südlichste der 15 Rettungswachen im Kreisgebiet.