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Fünf Milliliter Hoffnung

WESTHOFEN Mit ruhiger Hand setzt Patricks Mutter die Spritze an und nimmt ihrem Gegenüber Blut ab. Die Nervosität ist verflogen und tiefer Dankbarkeit gewichen. 966 Menschen sind am Sonntag nach Westhofen gekommen, um sich für ihren leukämiekranken Sohn typisieren zu lassen.

von Von Nicole Jankowski

, 21.10.2007
Fünf Milliliter Hoffnung

Rund 20 Helfer hatten sich zur Verfügung gestellt, um allen Spendenwilligen die notwendigen fünf Milliliter Blut abzunehmen.

So viel los ist hier sonst nur in der großen Pause: Der Schulhof steht voller Autos, Menschen strömen Richtung Turnhalle, vor dem Eingang bildet sich bereits eine kleine Schlange. „Herzlich willkommen und danke, dass ihr gekommen seid“, begrüßt Patricks Vater die Besucher. Auch er ist von der Hilfsbereitschaft überwältigt. Fast 100 Helfer im Einsatz Fast 100 freiwillige Helfer sind an diesem Sonntagvormittag im Einsatz. Sie nehmen die Personalien der Spender auf, Geldspenden ein und Blut ab. Andere verkaufen Kaffee und Kuchen: 70 Torten hat Susanna da Silva von Freunden und Bekannten organisiert. Die „Kiddys Corner Band“ macht nebenan Programm. Spenderin mit Tränen in den Augen An fünf Tischen warten die Blutabnehmer auf ihre Kundschaft: Birgit Hinteresch streichelt ihrer Tochter Lisa aufmunternd über den Rücken. Sie hat sich schon registrieren lassen, jetzt ist die 18-Jährige dran. „Einem Kind helfen zu können “, sagt sie mit Tränen in den Augen, das sei Grund genug gewesen, heute hierhin zu kommen.      Ulrike und Roland Preuß haben ebenfalls gespendet: „Wir haben selber Kinder, die gesund sind. Das ist ein großes Glück“, betonen sie. Das findet auch Jörg Albers, der mit Noah und Julie gekommen ist. „Ich hatte mir das schon länger vorgenommen“, erklärt er seine Motivation. 7000 Euro vor Ort gespendet Knapp 10 000 Euro kamen im Vorfeld der Typisierung durch verschiedene Aktionen zusammen, rund 7000 Euro wurden vor Ort gesammelt. Schließlich kostet die Registrierung jedes Spenders 50 Euro. Die zahlte die Sparkasse jedem Mitarbeiter. Da konnte Ulrich Rohe nicht anders, obwohl er „ganz schön Respekt vor Spritzen hat“. Beim Blutabnehmen guckt er vorsorglich zur Seite. „Viele waren dabei, die sich überwinden mussten“, weiß Christine Hohmann. „Das finde ich toll.“ In Styroporkästen werden die fünf Milliliter Blut sorgsam verstaut und in eine Kiste gepackt. Ob sich in der silbernen Box der passende Spender für Patrick versteckt, wird sich zeigen. Die Hilfsbereitschaft ihrer Mitmenschen hat seiner Familie zumindest neue Hoffnung gegeben.    

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