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Eine getanzte Variante des Konsumwahns

SCHWERTE Sie keuchen, winden sich, hetzen aneinander vorbei und versuchen, sich im Überangebot der Kaufhäuser zu orientieren. Das Ensemble „Cielaroque“ zeigte den Zuschauern in der Rohrmeisterei mit dem Stück „Life is not a picnic“ eine getanzte Variante des modernen Konsumwahns.

von Von Diana Armatage

, 01.10.2008
Eine getanzte Variante des Konsumwahns

Absolute Perfektion in Mimik und Gestik: das Ensemble "Cielaroque".

Im Rahmen des 10. Tanztheaterfestivals gab die Formation unter Choreografin Helene Weinzierl ein beeindruckendes Debüt in der Ruhrstadt. Absolute Perfektion in Mimik und Gestik, kombiniert mit einer Prise Keckheit und Humor, waren das Erfolgsrezept, mit dem das österreichische Ensemble begeisterte.

  Immer im Hintergrund präsent: eine aus Fast-Food-Geschirr bestehende Leinwand, auf der ein Film zwei Rolltreppen eines Shopping-Centers zeigt. Im Vordergrund die vier Tänzer, die mit enormer Körperbeherrschung und ausdruckvoller Mimik dem Kaufrausch ein Gesicht geben.

 Ob sie die unsichtbare Handtasche unterm Arm tragen, das imaginäre Parfüm am Handgelenk beschnuppern oder ungeduldig und genervt in der Schlange an der Kasse warten, die Reizüberflutung war für die Zuschauer 55 Minuten lang spürbar und begreifbar. Die passende akustische Atmosphäre schuf eine hektische Geräuschkulisse aus Kaufhausmusik, Kindergeschrei und Stimmengewirr. Wer sich also auf einen entspannten Ballettabend gefreut hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt: Mit „Life ist not a picnic“ lieferten Helena Arenbergerova, Erich Rudolf, Juraj Korec und Nikoleta Rafaelisová eine Tanzdarbietung mit höchstem Anspruch.

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