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Russische Avantgarde: Chagall, Lissitzky, Malewitsch

Paris. Experimentierfeld der russischen Avantgarde: Das Pariser Centre Pompidou rückt die Kuntschule in Witebsk in den Mittelpunkt einer großen Ausstellung.

Russische Avantgarde: Chagall, Lissitzky, Malewitsch

Marc Chagall, Über der Stadt, 1914-1918. Foto: Sabine Glaubitz

Witebsk ist untrennbar mit dem Maler Marc Chagall verbunden. Nicht nur, weil der russisch-französische Künstler 1887 in der Nähe der Stadt geboren wurde, die heute zu Weißrussland gehört.

In Witebsk hat Chagall 1918 eine Kunstschule eröffnet, die er zum Zentrum der russischen Avantgarde machte. Zum 100. Geburtstag der Gründung der Schule präsentiert das Pariser Centre Pompidou nun die Ausstellung „Chagall, Lissitzky, Malewitsch. Die russische Avantgarde in Witebsk“.

Gezeigt werden bis zum 16. Juli rund 200 Werke, deren Bildsprache zum Teil sehr gegensätzlich ist. Neben Chagalls farbenprächtigem Bild, auf dem er und seine Frau Bella über den Dächern von Witebsk schweben, entdeckt man den Suprematismus von Malewitsch und Lissitzky - die erste konsequent nicht figurative Kunstrichtung. 

Witebsk sei zwischen 1919 und 1922 ein Experimentierfeld gewesen, sagte die Kuratorin Angela Lampe. Das sei bislang kaum bekannt. Ein weiterer Grund, warum die deutsche Kunsthistorikerin zum 100. Geburtstag der Schule die Ausstellung organisiert hat.  

Die Werke spiegeln die künstlerische Landschaft Russlands zwischen 1910 und 1920 wider, die durch entgegengesetzte Stile und rivalisierende Gruppen geprägt war. Eines hatten die Künstler jedoch gemeinsam: Sie waren Anhänger der Oktoberrevolution.

Chagall verließ die von ihm eröffnete Schule im Jahr 1920, nachdem es zwischen ihm und Malewitsch, der durch sein Bild „Schwarzes Quadrat“ zum Führer der russischen Avantgarde wurde, zum Streit gekommen war. Mit Josef Stalin, der den Sozialistischen Realismus zur Staatskunst erklärte, nahm die Bewegung gänzlich ihr Ende.

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